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Donnerstag, 20.09.2018

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Ulsenheimer Winzer Markus Meier veranstaltete Vernissage

Weinleidenschaft harmonierte mit Musik und Malkunst - 26.10.2014 09:42 Uhr

Markus und Miriam Meier (v. r.), Bürgermeister Harald Endres und "Hofrat" Walter Vierrether (v. l.) stoßen mit Marc Kraemer auf den Erfolg seiner Galerie in der Ulsenheimer Vinothek an. © Harald Munzinger


Miriam und Markus Meier, in der Studie zur künftigen Ausrichtung der "Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße" als Beispiel für innovative Vermarktung der Weine und ihrer Region gewürdigt, konnten sich über eine stattliche Gästekulisse in ihrer Vinothek freuen, die auch der Kunst ein reizvolles Ambiente geben sollte. Ein Gebäude sei nur so viel wert, wie die Emotionen, die sich in ihm entfalteten, meinte Gastgeber Meier beim Willkommensgruß zu einer “Festlichkeit für alle Sinne”.

Für den raffiniert verführten Geruchs- und Geschmackssinn sollte erneut aus Küche und Keller des Weingutes gesorgt sein, das sich das "Weinerlebnis" zum Motto gemacht hat. Das rundete für das Ohr der Musiker Nail Mader aus Würzburg mit Songs aus dem Gospelrepertoire ab. Das Gesamtprogramm war feinfühlig auf den Dank für die Schöpfung abgestimmt und sollte ein (latent) prägendes Element des Abends sein. Sei es in den großformatigen Naturbildern von Marc Kraemer oder der vom Winzer eingebrachten Lese.

Dass diese in diesem Herbst durch die Witterung eine besondere Herausforderung gewesen sei und an Belastungsgrenzen geführt habe, berichteten Miriam und Markus Meier. Sie genossen deshalb trotz Gastgeberrolle besonders die entspannte Atmosphäre der Vernissage. Zumal man bei allem Vegetationsstress einen aussichtsreichen Jahrgang in den Fässern weiß. Das Ergebnis eben jener Leidenschaft, wie sie auch in Kraemers Bildern zum Ausdruck kommt, so der "Kitzinger Hofrat" Vierrether in ungewohnter Mission des Laudators. Er zeigte sich angetan von dem Spiel mit Licht und Farbe in den Bildern des Autodidakten Marc Kraemer, die jeder Betrachter mit eigener Interpretation auf sich wirken lasse solle.

Natur in allen Farbnuancen

Natur in allen realen und fantasievollen Farbnuancen sowie Abstraktionen beherrscht die Vinothek am Ulsenheimer Ortsrand noch bis zum 22. November. Dazwischen zeigt sich Marc Kraemer auch als ein Freund Karl Valentins, den er in Portraits ausdrucksstark darzustellen versteht, in seiner Kunst dessen Motto lebt: "Heute ist die gute, alte Zeit von morgen". Schön, darin beim Galeriebesuch ein wenig verweilen zu können.

Die in der Kunst verstandene Freiheit bringt Kraemer, gelernter Maschinenschlosser und Werkzeugmacher aus Marktsteft in seinen Bildern zum Ausdruck. Diese müssen nach der Schilderung des seit 1995 freischaffenden Künstlers "Power haben"; erzeugt mit Hell-Dunkel-Effekten und üppigem Farbenspiel. Inspiration ist Marc Kraemers Antrieb für die Malerei, wobei er sich “Mühe geben muss, mir keine Mühe zu geben, da diese der Tod der Inspiration” sei, schildert er lachend diesen Teufelskreis.

Dass es ihm durchaus immer wieder gelingt, diesen zu durchbrechen, belegt die Beständigkeit über 20 Jahre in einer vielfach kurzlebigen Szene. In der hat sich Marc Kraemer auch mit unterfränkischen Städteportrats in seinen Kalender “einen Namen gemacht”, was die illustre Gästeschar bei der Vernissage zeigen sollte. Bei der erwies sich die Vinothek als reizvolle Kulisse sowohl für den “Betrachtungsspielraum” für die großflächigen Bilder (mit der Vorliebe zu Alleen in allen Farbschattierungen und markanten hellen “Fixpunkten“) an den “Wänden” oder auch für die Zufallsentdeckung beim (ersten) irritierenden Blick durch den Glasboden in den Weinkeller. 

Harald Munzinger

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