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Viel Lob beim dritten Nachbarschaftstag im "Aurach-Treff"

"Neue gesellschaftliche Mitte" - Dorfgemeinschaftshäuser füllen Lücke - 30.11.2014 14:18 Uhr

Großzügig gestaltet ist der Emskirchner “Aurach-Treff”, der allen Bürgern offen steht, wie es Bürgermeister Harald Kempe (r.) beim dritten Nachbarschaftstag der Dorfgemeinschaftshäuser darlegte. © Harald Munzinger


In den hatte Regionalmanagerin Andrea Linz zum Erfahrungsaustausch eingeladen und konnte sich mit dem gastgebenden Bürgermeister Harald Kempe über ein “volles Haus” freuen. Wie sich der “Aurach-Treff” in seinem Gründungsjahr entwickelt hat, zeigten er sowie Quartiersmanagerin Edith Schneider auf. Nicht nur Landrat Helmut Weiß, sondern auch einige Bürgermeister brachten dafür Bewunderung und Anerkennung sowohl für das haupt- wie das ehrenamtliche Engagement zum Ausdruck.

Nachdem Pläne für ein Seniorenheim geplatzt seien, habe man sich zum “älter werden in Emskirchen” in einem Workshop Gedanken gemacht und in einem weiteren ein “Seniorenpolitisches Gesamtkonzept” entwickelt, das die damalige Sozialministerin Christine Haderthauer würdigte, ging Kempe auf die Entwicklung des Projektes ein. Im Verbund mit den Nachbargemeinden Hagenbüchach und Wilhelmsdorf sowie in der Aurach-Zenn-Allianz habe man aus dem Programm zur “Daseinsvorsorge in kleinen Städten und Gemeinden” eine sehr großzügige Förderung erfahren. Ferner hätten “wunderbare Sponsoren in Emskirchen” dazu beigetragen, den “Aurach-Treff” zu realisieren und sich dabei auch heimische Firmen “sehr gut eingebracht”.

Offenes Haus für alle Bürger

Das Mehrgenerationenhaus im Ortskern ist von 10.30 bis 16 Uhr offen für alle Bürger, denen im großzügig angelegten Erdgeschoss “zwanglose Gelegenheit gegeben ist, Nachbarschaft und Bekanntschaften zu pflegen”. Dazu werden unterdessen vielfältige Angebote gemacht.

Sie reichen vom “Bambini-Skat“ sowie Eltern-Kind-Frühstück über offene Spielgruppen, Computerkurse für Anfänger sowie bereits Fortgeschrittene, Gedächtnistraining oder eine muntere Biografiegruppe “Meine Geschichte” bis zu geselligen Runden etwa der über 70-Jährigen. Dazu kommen kulturelle Veranstaltungen und kreative Impulse in offenen Handarbeitstreffs oder einer Veeh-Harfen-Gruppe.

Das Haus solle mit den sozialen Kontakten im Mittelpunkt eine niedrigschwellige Begegnungsstätte für alle Emskirchner und auch ein Ort sein, an dem in persönlichen Gesprächen oder in der Gruppe die Bewältigung schwieriger Lebenssituationen erleichtert werden soll, machte es Quartiersmanagerin Schneider deutlich, die mit Hauswirtschaftsleiterin Annemarie Seitz viele wertvolle Unterstützung ehrenamtlicher Kräfte erfährt.

Ein "Nischenbesetzer"

Ein besonderes Anliegen ist die “Begegnung zwischen den Generationen” und das aktive Mitgestalten des Geschehens. Man nehme Rücksicht auf andere Veranstaltungen, mache als “Nischenbesetzer” zusätzliche Angebote, wurde das Konzept beschrieben, das stets weiterentwickelt werden soll.

Die Einrichtung der Tagespflege stand den Gästen ebenfalls offen, unter denen auch Landrat Helmut Weiß (mit Krawatte) das Konzept und dessen engagierte Umsetzung würdigte. © Harald Munzinger


Für den Mittagstisch ist eine abwechslungsreiche Speisekarte aufgelegt, der Besuch im “Aurach-Treff“ aber frei von jeglichem Konsumzwang. Einmal im Monat ist er im Fahrplan des Bürgerbusses, der die Ortsteile anfährt. Unter dem Quartiersmanagement der Caritas ist der Treff überparteilich und ohne religiöse Bindung ausgerichtet und nicht kommerziell, betonte Edith Schneider. Man komme mit der Spendendose “ganz gut raus” stellte Bürgermeister Harald Kempe fest.

In welcher Rechtsform Gemeinschaftshäuser betrieben werden können, zeigte beim dritten Nachbarschaftstag der Steuerberater Dieter Roth mit haftungs- und steuerrechtlichen Aspekten auf, bezeichnete dabei die Genossenschaft als die “momentan interessanteste Sache”. Ins Detail gehen soll es je nach Wünschen der Dorfgemeinschaftshäuser beim nächsten Erfahrungs- und Gedankenaustausch. 

Weiße Flecken im Westen

Der soll nach Langenfeld mit dem “Vorzeigemodell Dorflinde” (Landrat Weiß), Stübach und nun Emskirchen im westlichen Landkreis stattfinden. Dort weist die Karte mit derzeit 12 Einrichtungen noch - mit Ausnahme von Weigenheim - weiße Flecken auf. Das Regionalmanagement des Landkreises bietet die Zusammenkünfte als Plattform des Kennenlernens und der Vernetzung sowie die fachliche Beratung an. Eine Kontaktdatensammlung bietet einen interessanten Überblick über die verschiedenen Einrichtungen mit ganz unterschiedlichen Ansätzen sowie Organisationsformen und kann Impulse für weitere Initiativen geben.

Im Obergeschoss des “Aurach-Treff” ist eine von der Caritas betreute Tagespflege untergebracht. Pflegeberatung wird Angehörigen jeden Donnerstag durch Mitarbeiter von Diakonie, Caritas und Rotem Kreuz angeboten, pflegende Angehörige werden auch zum offenen Frühstück eingeladen. Das große Obergeschoss ist noch nicht ausgebaut, bietet also noch Freiraum für eine “fantasievolle Nutzung”.

Um Gemeinde "wunderbar bestellt"

Zunehmend erfolgreich ist die Imagearbeit in Emskirchen gegen die Fehleinschätzung, bei dem “Aurach-Treff” handle es sich um ein Altenheim. Dazu leisten die vielfältigen Aktivitäten Überzeugungsarbeit. Bürgermeister Kempe: “Was draus wird, hat Jeder mit in der Hand”.

Er konnte sich nicht nur über Komplimente von Landrat Weiß für das Konzept des Bürgertreffs und dessen Umsetzung in einem “wunderschönen Haus” freuen, sondern auch über das Engagement der Bürger, das sich nun auch in der aktuellen Flüchtlingssituation auszeichnet. So hätten sich zahlreiche Menschen zum Sprachunterricht für die Asylbewerber bereit erklärt. Kempe glücklich: “Um die Gemeinde ist es wunderbar bestellt”. Der “Aurach-Treff” ist ein Symbol dafür. 

Harald J. Munzinger

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