Dienstag, 13.11.2018

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Vor der langen Reise: Störche stärken sich in den Aischwiesen

Über 30 der prächtigen Großvögel "futterten" nahe Gerhardshofen - 12.08.2018 17:29 Uhr

Der Traktor scheucht im Aischtal Kleingetier als Futter für die Störche auf, die sich für die lange Reise in Winterquartier stärken. © Harald Munzinger


Dabei erleichtern Landwirte mit aufgeschrecktem Kleingetier beim Mähen oder Heuwenden die Futtersuche, so dass Adebars Familienverbände mit den langen roten Schnäbeln gerne den Traktoren folgen. Im Aischtal sorgten sie mit 69 Brutpaaren und über 170 Jungstörchen für ein sehr gutes Storchenjahr, wie es Erwin Taube aus Ipsheim festgestellt hat, der sie als Experte des Landesbundes für Vogelschutz seit vielen Jahren beobachtet.

Über 30 der prächtigen Großvögel "futterten" nahe Gerhardshofen im Gefolge eines Traktors. Dort hatten sie in 13 Horsten rund um den weit aus dem Aischtal ragenden Kirchturm seit dem Frühjahr immer wieder die Blicke von Tausenden Verkehrsteilnehmern auf sich gezogen, die täglich auf der B470 unterwegs sind. In Uehlfeld, mit 22 Horsten weiter die Storchenhochburg in Bayern, werden sie sogar vor "Tieffliegern" gewarnt.

Die Reise der meisten Aischgründer Störche führt nach Südfrankreich und Spanien, wo Müllhalden reichlich Nahrung bieten. Einige beziehen in Westafrika Quartier. Die Ostzieher steuern über den Balkan und Bosporus Westafrika an.

Bis zu 10.000 Kilometer legen Störche zwischen den Sommer- und Winterquartieren zurück, wobei die Jungvögel die lange Reise meist acht bis 14 Tage vor den Eltern antreten, die sich so noch etwas vom "Elternstress" erholen.

Storche ziehen bereits gen Süden

Derzeit seien die meisten Jungstörche, bis auf ein paar wenige Nachzügler, gegen Süden abgezogen. Auch Altstörche befinden sich schon auf dem Zug, es halten sich aber noch einige in der Gegend auf, weiß deren Beobachter Erwin Taube. Die meisten Störche aus Mittelfranken seien Westzieher, was sich an den Ringen ablesen und seit einigen Jahren "besenderten" Störchen nachvollziehen lasse.

Sie wandern nach Auskunft Taubes in Etappen, je nach Aufwind, in Richtung Spanien. Dort überwintere seit vielen Jahren ein Großteil in Reisfeldern und auf Müllkippen. Einige würden aber auch über Gibraltar bis nach Afrika in die Sahelzone, wie sie es einst immer getan hätten. "Es müsste den ein oder anderen Ostzieher bei uns geben. Anzunehmen ist es dehalb, weil zwei Störche bei uns brüteten, die in den östlichen Bundesländern beringt wurden und zwei in Tschechien. Dort brüten meist Ostzieher".

Wie weit die einzelnen Storchentrupps derzeit schon geflogen seien, könne man nicht genau sagen. Aktuell habe er die Rückmeldung eines Ipsheimer Jungstorches. Dieser sei am 18. Juni beringt worden und am 9. August im schwäbischen Pfaffenhausen tödlich verunglückt. Andere Jungvögel seien noch vor dem Abflug ums Leben gekommen. Beim besenderten Storchenmännchen "Schweizerried 1", welches heuer in Külsheim brütete, kann man den Standort und seinen Zugweg mittels App auf einem Smartphone nachvollziehen. Im Moment befindet er sich nördlich des Bodensees. Ein anderer Senderstorch, namens "Elfie", der im Osten brütete, hält sich derzeit in der Nähe von Gerhardshofen auf. 

hjm

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