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Samstag, 22.09.2018

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Wirtschaftsminister gratulierte zum Millionsten Kunden

Neustadt mit an Europas Spitze - 27.08.2018 19:34 Uhr

Auf 70.000 Quadratmetern wird in Neustadt für den internationalen Markt gedruckt, erfuhren Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (3. v. r.) , Abgeordnete, Landrat und Bürgermeister beim Betriebsrundgang in der Onlineprinters-Produktion. © Harald Munzinger


Dass er dieses in der ländlichen Region antraf, die nicht immer im Fokus stehe, sollte für ihn eine positive Überraschung sein, die ihm zugleich bestätigte, dass Bayerns Wirtschaft eben nicht nur aus den Metropolen besteht. Dass sich hier die digitale Welt mit realen Produkten verbinde und auch in der Masse das individuelle Druckerzeugnisse seinen besonderen Stellenwert habe, würdigte Pschierer die Innovation in einem Unternehmen, das sich aus kleinen Anfängen zu internationaler Bedeutung entwickelte. Die "Onlineprinters" gäben das beste Beispiel dafür, dass es in Bayern nicht nur ein paar "weiß-blaue Edelmarken", sondern weitere Firmen gebe, die in der Champions-League spielten.

Der Staatsminister unterstrich auch die Bedeutung des Unternehmens für den Arbeits- und Ausbildungsmarkt in der Region und stattete Landkreis wie Stadt die Anerkennung dafür ab, die Voraussetzungen für diese ausgezeichnete Entwicklung geschaffen zu haben. Als "Digitalisierungsminister" signalisierte er die Unterstützung bei weiteren technologischen Entwicklungen. Man könne die Welt nicht ändern, wolle aber "ein Stück vom Kuchen abschneiden", erklärte Pschierer und sah dabei die international aufgestellten "Onlineprinters" auf dem richtigen Weg, auch mit dem Standbein in England, einem der wichtigsten Handelspartner.

Globus voller Individuen

Firmenchef Dr. Michael Fries überreichte Bayerns Staatsminister für Wirtschaft, Energie und Technologie einen Kunstdruck, der zur Feier des Millionsten Kunden mit dem Technikpartner HP Graphics und der Werbeagentur "Gyro" unter dem Titel "Customer Globe" gestaltet wurde und den auch Kunden im Postkartenformat erhalten. Für den bayerischen Staatsgast wurden Laptop und Lederhose mit anderen landestypischen Symbolen beim Prototyp ins Blickfeld gerückt. Der Globus voller Individuen kann aber auch als Ausdruck der Vielfalt der Kunden und individuellen Druckobjekte immer wieder anders gestaltet sein, ließ es Pressesprecher Patrick Piecha am Rande des Empfanges wissen.

Den nutzte Dr. Fries für ein kurzes Firmenportrait des Unternehmens, das 2004 mit 30 Beschäftigten begonnen hatte, seit 2008 die Internationalisierung vorantreibt, heute mehr als 1400 Mitarbeiter hat, überwiegend Businesskunden in mehr als 30 Ländern Europa beliefert und letztes Jahr über 3 Milliarden gedruckte Werbemittel herstellte. Beeindruckende Zahlen mit der Feststellung, dass das internationale Geschäft weiter an Bedeutung gewinnt. Menschen aus 40 Nationen arbeiteten gemeinsam am Erfolg, so Dr. Michael Fries, der mit der anhaltend positiven Entwicklung die Befürchtungen widerlegt sah, dass die Digitalisierung das Ende der Printmedien bedeute. 

"Vorzeigefirma der Region"

Der Landtagsabgeordnete Hans Herold sah mit dem Ministerbesuch die Bedeutung der "Onlineprinters" unterstrichen, die er als "Vorzeigefirma in der Region" apostrophierte und ihren Stellenwert als einen der größten Arbeitgeber und geschätzten Ausbilder würdigte. Bei den Beratungen des nächsten Doppelhaushaltes wollte der im Haushaltsausschuss wirkende Unionsabgeordnete den Wirtschaftsminister entsprechend ausgestattet wissen, "dass auch die Firmen im ländlichen Raum davon profitieren". Für den SPD-Landtagskollegen Harry Scheunenstuhl basiert die Erfolgsgeschichte der "Onlineprinters" auf dem Markenzeichen Zuverlässigkeit. Auch er unterstrich die Bedeutung der Arbeits- und Ausbildungsplätze auf dem Land mit einem nach seinen Erkenntnissen hohen Grad an Zufriedenheit in der Belegschaft. Auch hier Motor und Wegbereiter zu sein und das Potential zu haben, gab es vom Umweltpolitiker Scheuenstuhl Lob.

Landrat Helmut Weiß und Neustadts Erster Bürgermeister Klaus Meier stimmten im "Stolz auf ein solch innovatives Unternehmen" überein und sicherten weitere Unterstützung zu. Seine Behörde genieße als "lösungsorientiertes Amt viel Anerkennung", freute sich Weiß und Meier belegte das wirtschaftsfreundliche Klima in Neustadt mit dem jüngsten turboschnellen Glasfaseranschuss der "Onlineprinters" als "heimisches Leuchtturmunternehmen". Er freute sich, dass auch mit Verlagerungen von Abteilungen nach Fürth mit dem besseren Arbeitsmarkt in den IT-Berufen Neustadt größter Standort bleibe. Mit dem Appell an die Politik, Feiertagsregelungen zu lockern, um im europäischen Wettbewerb alle Aufträge zeitnah ausführen zu können, wollte der Bürgermeister "einen Stein anstoßen".


Facharbeiter-Zuwanderungsgesetz

Das war auch beim Thema Facharbeitermangel damit erfolgt, dass man sich nun auch in Bayern mit der "3+2 Regelung" anfreundet, die jungen Migranten eine Ausbildung mit zwei weiteren Jahren Beschäftigung ermöglicht. Zudem sprach sich der Wirtschaftsminister für ein "Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz mit entsprechenden Parametern" aus, um dem akuten Fachkräftemangel abzuhelfen. Mit einer "Stichtagregelung" in einem aktuellen Fall es einem jungen Migranten zu ermöglichen, wieder an seinen Arbeitsplatz zurückzukehren, an dem er dringend gebraucht wird, das Landratsamt aber die Arbeitserlaubnis versagte, bemühte sich Herold um eine Lösung. Landrat Weiß, mit dem Fall ins Kreuzfeuer der Kritik geraten, sah die Politik gefordert, und offen, "das Problem in aller Ruhe zu lösen". 

Harald J. Munzinger

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