-5°

Sonntag, 20.01.2019

|

zum Thema

12. Januar 1969: Die Damen tanzen auf ihm herum

Publikum mit Akrobatik begeistern - 12.01.2019 07:00 Uhr

Die Sensationsnummer des Starartisten: fast mühelos trägt er den Stuhl, auf dem zwei Künstlerinnen tanzen (links). Das von Zentnern beschwerte Stuhlbein hat im Laufe der Jahre seine Konturen in die Stirn von Erhard Tittmann gegraben (rechts). Die Narbe in Kreuzform erinnert an einen „Betriebsunfall“, als das Stuhlbein eines Tages einmal brach. © Lorz


Der gebürtige Sachse, der heute mit seiner Familie in der Knauerstraße 13 wohnt, balanciert nicht nur Bierfässer, Tische, Kisten und Stühle auf seiner Stirn; sogar seine Familie kann ihm auf den Kopf steigen: seine Frau Magdalena und seine Tochter Brigitte wiegen zusammen 232 Pfund.

Mit einer Löwen-Nummer hat Erhard Tittmann einst seine Karriere im Showgeschäft begonnen. Schon bald begeisterten ihn die weltberühmten Balance-Akrobaten, die seine Vorbilder wurden. Alles, was er in die Finger be-kam, wanderte auf seinen Kopf. Er probte und probte, bis er schließlich die obersten Sprossen des Erfolgs erreicht hatte.

Links zum Thema

Bereits 25.000mal führte er seine Sensations-Nummer vor: auf seiner Stirn balanciert er einen Stuhl, auf dem zwei Damen akrobatische Kunststücke zeigen. Diese Kraftproben haben ihre Spuren hinterlassen; nahezu einen halben Zentimeter tief sind sie in seiner Stirn eingegraben.

Immer wieder fordern ihn die Zuschauer während seines Auftritts heraus um bei einer Vorführung mitzuwirken. In Essen wollte unbedingt ein Bergmann den Stuhl besetzen. „Das wäre beinahe ins Auge gegangen“, erinnert sich Tittmann, „denn mit einem Drei-Zentner-Brocken hatte ich nicht gerechnet.“ Nur einmal erlitt Tittmann einen Unfall: das Stuhlbein brach. Eine Narbe in Kreuzform ist heute noch davon zu sehen.

Bilderstrecke zum Thema

Kalenderblatt: Nürnberg im Januar 1969

Klicken Sie sich durch unsere historischen Bilder aus dem Dezember 1968 und lesen Sie, was Nürnberg damals bewegte!


Die „eiserne Stirn“ hat schon häufig Ärzte auf den Plan gerufen. Sie wollten wissen, ob sein Kopf mit einer silbernen Platte verstärkt sei. „Aber er ist nach wie vor hohl“, scherzt der Star-Artist. „Schon vor zwanzig Jahren machte man sich wohlwollend auf eventuelle Folgen aufmerksam. Aber bis heute kenne ich weder Kopfweh, noch könnte ich über andere Schmerzen klagen.“ 

NN

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Nürnberg