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25-Jährige wegen schweren Menschenhandels verurteilt

Ungarin hatte 18-Jährige zur Prostitution gezwungen - 17.10.2016 16:51 Uhr

Die 25-Jährige und ihr früherer Lebensgefährte waren im Rotlichtmilieu einschlägig bekannt. Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat die junge Frau nun zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. © Eduard Weigert


Die 18-Jährige war aus materieller Not zunächst in die Schweiz und dann nach Deutschland gegangen, um auf dem Strich Geld für ihre Familie zu verdienen. Nach Ansicht des Gerichts nutzten die 25 Jahre alte Angeklagte und deren damaliger Lebensgefährte die Hilflosigkeit der jungen Frau aus. Sie zwangen sie, in Modellwohnungen in Erlangen und Nürnberg gegen Geld Sex ohne Kondom und diverse sexuelle Dienste anzubieten.

Das Geld nahmen sie der 18-Jährigen ab. Äußerte sie den Wunsch auszusteigen, wurde sie von der Angeklagten massiv unter Druck gesetzt und eingeschüchtert.

Nun wurde die 25-Jährige von der 18. Strafkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth wegen schweren Menschenhandels zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Zuhälterei zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Richter hielten der ehemaligen Kollegin des Opfers ihr Geständnis zu Gute.

Im Laufe des Prozesses über mehrere Verhandlungstage wurde außerdem klar, dass in dem Fall der ehemalige Lebensgefährte der Angeklagten die Strippen im Hintergrund zog. Der Mann sitzt derzeit in der Schweiz in Untersuchungshaft. Gegen ihn läuft dort ebenfalls ein Verfahren wegen schweren Menschenhandels. 

cg

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