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31. Mai 1966: Freude und Wehmut

Die "Franko-Alemannia" beging festlich ihr 70jähriges Bestehen - 31.05.2016 07:00 Uhr

Szene vom Festkommers: das Präsidium grüßt mit der Hand am Cerevis und blankem Schläger. © Ulrich


Dr. Ing. h. c. Franz Raupach, Bundessenior, pries in seiner Ansprache bei hochoffiziellen Festkommers die studentischen Ideale, denen sich die Alten vor siebzig Jahren verschrieben haben. Sie zum besten des Staates und der Volksgemeinschaft nutzbar zu machen, sei die Aufgabe der heutigen jungen Generation.

Drei befreundete Verbindungen aus Nürnberg hatten zu diesem stimmungsvollen Festkommers starke Abordnungen entsandt; aus Würzburg und Kaiserslautern waren ebenfalls Kartellfreunde der "Franko-Alemannen" erschienen. Manch fröhlicher Cantus stieg während dieser Veranstaltung, die auch von Damen besucht war.

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Am Nachmittag war in den Kammerspielen eine "Festliche Veranstaltung" vorangegangen, die ein wenig unter der Wehmut über die existentiell bedrohte Veranstaltungsreihe "Student und Welt" litt. Philistersenior Ob.-Ing. Adolf Weckerlein schilderte die Vereinsgeschichte in Reimen. Die jetzige "Franko-Alemannia" wurde bereits 1894 als Technischer Klub "Alemannia" gegründet, verlor aber im 1. Weltkrieg einen großen Teil ihrer Mitglieder. 1931 verschmolzen sich die restlichen "Alemannen" mit den Mitgliedern der ähnlich gelagerten Verbindung "Markomannia", zur heutigen "Franko-Alemannia", die sich trotz hoher Verluste im 2. Weltkrieg bald wieder zusammenfand und in ihrer heutigen Activitas 55 Burschen und Füchse zählt.

Ing. Fred Habermeyer sprach über das von der "Franko-Alemannia" in enger Zusammenarbeit mit dem Ohm-Polytechnikum begonnene Seminar "Student und Welt", das in seinem Bestand bedroht ist. Seit 1951 hat es 186 Veranstaltungen mit mehr als 25.000 Hörern abgehalten. Vom Studentenwerk wurde das Seminar gut unterstützt, doch jetzt fällt auf Einspruch des Obersten Bayerischen Rechnungshofes der Zuschuß weg. Nürnbergs Kulturreferent Dr. Hermann Glaser hat – so betonte Fred Habermeyer – zwar Hilfe zugesagt, aber die städtische Finanzlage läßt nur wenig Hoffnungen zu.

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Die Feier in den Kammerspielen fand mit der Darbietung einiger Schwänke von Hans Sachs ihren gelungenen Ausklang. Dr. Gustav Wieszner, ehemaliger Volkshochschuldirektor und Übersetzer von Hans Sachs ins heutige Bühnendeutsch, wohnte der Veranstaltung bei.

Das 70-Jahr-Fest der "Franko-Alemannia" wurde gestern mit einer Totenehrung auf dem Wöhrder Friedhof am Grabe des hochverdienten Ehrenphilister-Seniors Eugen Primus abgeschlossen. 

B. K.

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