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Adrenalin pur beim ersten Nürnberger Tiergartenlauf

Gelungene Premiere an ungewöhnlichen Veranstaltungsort - Fortsetzung geplant - 03.06.2016 21:06 Uhr

Und ab: Auch jüngere Läufer gaben bei der Premiere des Tiergartenlaufs ordentlich Gummi. © Berny Meyer


"So eine Veranstaltung habe ich auf der Agenda, seit ich beim Tiergarten arbeite", sagt Dieter Kühnlein, wenn man ihn auf die Idee des Tiergartenlaufs anspricht. Das sind immerhin gute 15 Jahre, doch manche Dinge brauchen eben Zeit und vor allem Mitstreiter, ehe sie in die Realität umgesetzt werden können. Als Marathonläufer und Triathlet ist der Verwaltungsleiter des Tiergartens einen langen Atem gewöhnt und als vor rund zwei Jahren Anette Rehm und Katrin Schneider mit der Idee eines solchen Laufs auf ihn zukamen, war ihm klar, dass nun seine Stunde schlägt.

Dass Zoos und Tiergärten grundsätzlich für eine solche Veranstaltung geeignet sind, wusste Kühnlein durch den Austausch mit ähnlichen Einrichtungen. "Vor allem die Augsburger Zoodirektorin hat mich mehrfach bestärkt und ihre Hilfe angeboten", so Kühnlein. Dort wird seit sieben Jahren durch den Zoo gejoggt und gerannt - ohne nennenswerte Probleme für Tiere, Besucher und Läufer.

Bilderstrecke zum Thema

Staunende Tiere, schnelle Läufer: Der Nürnberger Tiergartenlauf

"Was ist denn heute los?" - Das haben sich bestimmt viele tierische Bewohner des Nürnberger Tiergartens am Freitagabend gedacht, als eine Horde schnaufender Läufer über das Areal joggte. Der erste Tiergartenlauf feierte nämlich Premiere. Eine Fortsetzung der Laufveranstaltung ist bereits geplant.


Während Kühnlein nun konkret über einen Streckenverlauf hirnte, holten Rehm und Schneider derweil den LAC Quelle Fürth als erfahrenen Ausrichter von Laufveranstaltungen ins Boot. Dort machten sich Werner Kaminski und Jan Glößinger ans Werk und kümmerten sich um solche Dinge wie Ausschreibung, Anmeldung oder Zeitmessung.

Rücksicht auf Tiere

Das Organisations-Quintett räumte Schritt für Schritt alle Probleme aus dem Weg, wobei die Unterstützung von allen Seiten "großartig" war, wie Dieter Kühnlein betont. Knifflig war es aber allemal, eine Strecke zu definieren, die für einen 10-Kilometer-Lauf geeignet ist und auf die Belange der Tiere Rücksicht nimmt. "Wir mussten beispielsweise daran denken, dass bei Tieren mit Fluchtreflex die Läufer nicht zeitgleich an der Vorder- und Rückseite ihres Geheges unterwegs sind", schildert der Verwaltungsleiter nur eines der Probleme, denen er sich zu stellen hatte.

Am Ende kam ein 3,3 Kilometer langer Rundkurs heraus, der es aus Sicht der Teilnehmer in sich hat: Bei der dreimaligen Umrundung müssen nämlich rund 200 Höhenmeter bewältigt werden. "Das ist wahrlich nicht ohne", macht der passionierte Ausdauerläufer Kühnlein deutlich.

Abschrecken ließ sich dadurch aber niemand. Kaum stand die Ausschreibung im Internet, waren die Startplätze auch schon weg. Der geplante Flyer musste erst gar nicht gedruckt werden, da der Hauptlauf mit etwas Mundpropaganda nach nicht einmal drei Wochen ausgebucht war. 500 Läuferinnen und Läufer gingen am Freitagabend an den Start und konnten sich zwischen 6,6 und 10 Kilometern Laufstrecke entscheiden. Dazu kamen noch rund 200 Kinder, die eine Runde über einen Kilometer drehen konnten.

Am Ende hatte beim 10-Kilometer-Lauf Markus-Kristan Siegler (TB Erlangen) die Nase vorn und stürmte trotz der anspruchsvollen Strecke bereits nach 37 Minuten und 35 Sekunden ins Ziel. Der Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Stefan Miyagi (exito Gipfelstürmer) war mit über drei Minuten zwar deutlich, aber auch die 40:54 Minuten waren aller Ehren wert. Bei den Frauen lieferte Julia Hiller (LAC Quelle Fürth) mit einer Zeit von 40:04 Minuten eine Spitzenleistung ab und belegte damit im Gesamtklassement von Frauen und Männern den zweiten Rang.

Alle weiteren Ergebnisse des 1.Tiergartenlaufs finden Sie hier.

Die Strecke sicherten übrigens viele Mitarbeiter des Tiergartens ab, die ebenso ehrenamtlich aktiv waren, wie Handwerker und Tierpfleger, die im Hintergrund zusätzliche Stunden schoben. „Die Begeisterung bei uns ist mindestens so groß, wie die bei den Läufern, denen wir ein einmaliges Erlebnis bieten konnten“, so das rundum positive Fazit von Dieter Kühnlein am Ende des ersten – aber sicher nicht letzten – Tiergartenlaufs.

  

Matthias Oberth

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