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Angespannte Haushaltslage: Klinikum Nürnberg fährt Minus ein

Stadt Nürnberg kommt seit 2011 nicht mehr für den Verlustausgleich auf - 02.03.2016 21:39 Uhr

Vorstand Alfred Estelmann (l.) und der Ärztliche Direktor Günter Niklewski mit einer Skizze der möglichen Erweiterungen des Südklinikums.

Vorstand Alfred Estelmann (l.) und der Ärztliche Direktor Günter Niklewski mit einer Skizze der möglichen Erweiterungen des Südklinikums. © Rudi Ott/Klinikum


Wie hoch das Defizit ausfallen wird, sei noch nicht bezifferbar. Die Summe wird im einstelligen Millionenbereich liegen. Schon seit einem Jahrzehnt wirtschaftet das Klinikum immer nah am Rand der Verlustzone. Die Gründe seien in der gesetzlichen Krankenhausfinanzierung zu suchen, erläutert Estelmann. "Das ist kein spezifisches Problem unseres Hauses." Folge der Gesetzgebung sei es, dass die Personalkosten in Kliniken seit den 1990er Jahren viel stärker wachsen als die Einnahmemöglichkeiten.

Das Missverhältnis trifft große öffentliche Kliniken stärker, weil sie viele kostspielige Abteilungen und Spezialbehandlungen anbieten müssen. Trotz gewaltiger Einsparungen bei Sachkosten und Abläufen: "Wir geben jedes Jahr fünf Millionen Euro mehr für Personal aus, als wir anteilig vergütet bekommen", so Estelmann. Die zu Jahresbeginn in Kraft getretene jüngste Krankenhausreform habe keine Verbesserungen gebracht, kritisiert der Klinikchef.

Das ehemals städtische Klinikum Nürnberg muss seine roten Zahlen nun wieder aus eigener Kraft ausgleichen. Die Stadt Nürnberg kommt seit 2011 nicht mehr für den Verlustausgleich auf. Eine zunehmende Leistungsverdichtung sei die Folge, sagt Estelmann. "Wir müssen mehr Patienten durch das gleiche Personal versorgen." Die Breite von Angeboten soll dabei bestehen bleiben.

Das Klinikum beschäftigt 6200 Mitarbeiter und behandelt rund 100.000 stationäre Patienten pro Jahr, dazu eine ähnlich hohe, wachsende Zahl von ambulanten Patienten. Seine zwei Standorte wachsen ebenfalls weiter. Im September geht im Klinikum Süd ein neues Gebäude in Betrieb, in dem zwei psychiatrische Tageskliniken und zusätzliche Räume für das Herz-Gefäß-Zentrum Platz finden. 

Isabel Lauer

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