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Angriff im Asylwohnheim: Geldstrafe für Iraker

26-Jähriger hatte versucht, einen Landsmann über ein Geländer zu stoßen - 19.04.2017 17:03 Uhr

Der Streit entzündete sich um die Reparatur eines kaputten Toasters: In der Flüchtlingsunterkunft an der Tillystraße saßen mehrere Bewohner am 4. April 2016 gegen 17.30 Uhr beim Abendesssen, als der Angeklagte, ein 26-jähriger Iraker, einen Landsmann erst beschimpfte und dann die Bierbank anhob, auf der dieser saß.

Der Geschädigte, ein 23-Jähriger, der wenigstens einen Kopf kleiner ist als der Angeklagte und damals aufgrund einer Verletzung auf Krücken angewiesen war, ging zu Boden.

Mehrere Sicherheitskräfte griffen ein und führten den jungen Mann aus dem im ersten Stockwerk gelegenen Speisesaal, um ihn über das Treppenhaus nach draußen zu führen. Der Angreifer kam hinterher, griff nach dem Geschädigten, packte ihn an Gürtel und Kragen und versuchte, ihn über das Treppengeländer zu stürzen. Doch die Sicherheitskräfte ließen den Geschädigten nicht los.

Der Angeklagte schwieg zu den Vorwürfen. Ursprünglich stand er wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht. Nachdem der Richter nicht ausschließen konnte, dass es sich um ein versuchtes Tötungsdelikt handeln könnte, leitete er den Fall ans Landgericht Nürnberg-Fürth weiter. Die Schwurgerichtskammer sprach den Angeklagten jetzt schuldig der vorsätzlichen Körperverletzung und verhängte eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu 10 Euro. 

lu

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