Mittwoch, 20.03.2019

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Aus Tötungslager: Straßenhunde in Nürnberg beschlagnahmt

Bei einem Tier besteht der Verdacht auf einen hochansteckenden Virus - 23.12.2014 18:00 Uhr

Im Nürnberger Tierheim landen immer wieder Tiere aus Tiertransporten. (Symbolbild) © Michael Matejka


Der österreichische Tierschutzverein „Streunerparadies“ hat die Straßenhunde gerettet und nach Deutschland gebracht. „Die Hunde sind aus dem Lager raus, sie wären sonst heute gar nicht mehr am Leben“, sagt eine 28-jährige Nürnbergerin. Sie hatte übers Internet mit dem Verein Kontakt aufgenommen und wollte einen der Hunde namens Roxy übernehmen.

Der Sprinter mit insgesamt 28 Vierbeinern hielt am Sonntag vor ihrer Haustür in Buchenbühl. Nachbarn informierten die Polizei mit dem Hinweis auf einen illegalen Hundetransport. Nach Überprüfung der Papiere wurden elf Hunde - darunter drei Welpen - ins Tierheim gebracht, die anderen durften weiterfahren. „Sie haben mir Roxy einfach weggenommen“, klagt die Nürnbergerin.

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77 Schmuggelwelpen erholen sich im Nürnberger Tierheim

Trauriger Fund Anfang März 2014: Bei der Überprüfung eines Lasters aus Osteuropa haben die Zollbeamten in Nürnberg 77 Welpen sichergestellt. Die kleinen Hunde sind noch viel zu jung, um von der Mutter getrennt zu werden. Sie wurden ins Nürnberger Tierheim gebracht.


 „Das war die Polizei, denn das Tier war nicht geimpft“, kommentiert Daniela Rickert vom Veterinäramt. „Die Tiere befinden sich in unterschiedlicher körperlicher Verfassung“, fährt sie fort. Manche seien nicht geimpft, manche krank. „Sobald die Hunde die Einfuhrbedingungen erfüllt haben und gesund sind, können sie abgeholt werden.“ Die Tiere waren bereits vermittelt, viele der zukünftigen Besitzer haben Kontakt mit dem Ordnungsamt aufgenommen.

Wie die Stadt Nürnberg am Dienstag mitteilte, fehlt bei zwei Welpen der Nachweis über die Tollwutimpfung, bei einigen Tieren fehlten die von der EU vorgeschriebenen Microchips, womit zum Beispiel Herkunft oder Impfschutz überprüft werden kann. Ein Welpe war außerdem deutlich jünger als im Impfpass angegeben. Bei einem Tier besteht sogar der Verdacht auf den hochansteckenden Straupe-Virus. Einer Hündin hatte so schwere Bissverletzungen, dass sie notoperiert werden musste.

Verein will einen Anwalt einschalten

Helmut Hirmann, der den Verein „Streunerparadies - Zukunft für Straßenhunde“ leitet, kann das Vorgehen der Stadt nicht verstehen. „Die Tiere sind alle kastriert, geimpft, gechipt und haben die 21-tägige Quarantäne durchlaufen“, zählt er auf. Der Verein will einen Anwalt einschalten.

Eine verzwickte Geschichte. Für das Nürnberger Tierheim ist das eine ungewohnte Situation. In der Vergangenheit sorgten immer wieder beschlagnahmte Vierbeiner für Schlagzeilen, doch diese stammten aus illegalen Welpentransporten von Händlern aus Osteuropa. Die Einrichtung wartet nun auf Informationen der Behörde.

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Ansturm auf die Nürnberger Schmuggelwelpen

Selten sorgte das Nürnberger Tierheim für derartige Schlagzeilen: Das traurige Schicksal der 92 Welpen, die halb verdurstet aus einem Schmuggel-Transporter befreit wurden, rührte ganz Franken. Nun werden die ersten Tiere vermittelt.


Tanja Schnabel vom Tierheim unterstreicht: „Wir sind lediglich die Verwahrungsstelle als Partner der Stadt Nürnberg und können natürlich keine Entscheidung treffen, welche dieser Hunde wir wann frei gegeben können.“ Sie steht in engem Kontakt mit Tierheimleiterin Heike Weber, die derzeit nicht in Nürnberg weilt.

Und wer zahlt? „Wenn das Versäumnis, aufgrund dessen die Hunde eingezogen worden sind, aufseiten des Vereins - oder auch der künftigen Besitzer - liegt, muss dieser die Kosten begleichen. Entweder bei uns oder bei der Stadt“, informiert Schnabel.

Es wurden Blutproben von den Hunden genommen, wohl nächste Woche liegen die Ergebnisse vor. Wir berichten weiter.

Dieser Artikel wurde am 23. Dezember um 18 Uhr aktualisiert.  

CLAUDIA BEYER (Nürnberger Nachrichten)/am

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