Freitag, 16.11.2018

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Bären und der Kosmos: Die Gewinner des NN-Kunstpreises

Vielseitige Ausstellung im Kunsthaus am Königstor eröffnet - 13.07.2017 19:22 Uhr

In ein fast handliches Format hat Michaela Biet das All gebracht und ihre Bildwerke "Kosmos I" und "Kosmos II" genannt. © Stefan Hippel


Es war, als hätte nicht der Wind, sondern die Musik die dunklen Wolken weggeblasen: Mit ihrem mitreißenden Gypsy-Jazz eröffneten Vali Mayer und Martin Weiss den Abend – und hatten sich die Gäste kurz zuvor noch unter Schirmen gedrängt, war das Tröpfeln von oben plötzlich zu Ende und die Abendsonne brachte den Himmel zum Leuchten. Die perfekte Stimmung für die förmliche Verleihung der elf Preise, die mit insgesamt 38.500 Euro dotiert sind.

Über die erfolgreiche Arbeit der Jury und die gelungene Auswahl der Preisträger freut sich NN-Verleger Bruno Schnell mit der Kulturreferentin und Jury-Vorsitzenden Prof. Julia Lehner (Mitte) und seiner Tochter Sabine Schnell-Pleyer. © Stefan Hippel


Mit warmherzigen Dankesworten und "höchster Anerkennung" gratulierte Prof. Julia Lehner, Nürnberger Kulturreferentin und Vorsitzende der Kunstpreis-Jury, zum kleinen Jubiläum: Die nun 25. Auflage unterstreiche das nachhaltige und beständige Engagement von NN-Verleger Bruno Schnell für die Förderung der regionalen Kunst. "Diese Treue ist etwas ganz Besonderes!" Zumal der NN-Kunstpreis – neben den kommunalen Förderpreisen – als inzwischen Einziger aus einer einst größeren Zahl erhalten geblieben sei und in unverminderter Großzügigkeit gepflegt werde.

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Die Verleihung des 25. Kunstpreises der Nürnberger Nachrichten

Vielen Künstlern und Kunstfreunden gilt sie als eine der schönsten Gelegenheiten zum Austausch und gemeinsamen Genuss im Sommer: Die Verleihung der NN-Kunstpreise. Bei der 25. Ausgabe erhielt Sid Gastl den ersten Preis.


Als "wichtigen Mosaikstein in unserer freistaatlichen Kulturlandschaft" würdigte Lehner Ausstellung und Katalog, die ein breites Spektrum künstlerischen Schaffens in Malerei, Plastik und Schmuckgestaltung über die Werke der Preisträger hinaus präsentieren. Dabei sei jede und jeder eingeladen, selbst "Jury zu spielen" und über die Werke nach eigenen Maßstäben, eigenem Geschmack abzustimmen – und idealerweise auch das eine oder andere zu erwerben.

Als Kunsthistorikerin holte Lehner ein wenig aus, um verständlich zu machen, warum es bildende Kunst der Gegenwart oft schwerer habe, akzeptiert und verstanden zu werden, als die aus früheren Epochen.

"Kunst betrifft und irritiert uns immer. Aber was zurückliegt, ist abgeschlossen und bewertet", so Lehner. Das deshalb verfügbare Wissen erleichtere die Orientierung und fließe in unsere Wahrnehmung ein. Mit zeitgenössischer Kunst dagegen sehen wir uns unmittelbar konfrontiert und auf uns selbst gestellt. "Da erkennen wir nur, was wir in uns tragen – und das fällt manchmal schwerer."

Das Empfinden zählt

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Was sich die Künstlerin oder der Künstler gedacht haben, sei zweitrangig. "Wichtig ist, was wir empfinden", betonte die Kulturreferentin und veranschaulichte das am Beispiel der beiden Waldszenen von Sid Gastl, die auch als Seelenbilder zu verstehen sind – und die der Jury den 1. Preis wert waren. Daher gelte auch: "Nicht alles, was sperrig daherkommt, ist auch gut. Und nicht alles, was harmonisch schwingt, ist altmodisch und überholt."

Die Vielfalt fand auch prompt positive Resonanz bei den Gästen: "Auf Anhieb hat mir das raffinierte Porträt 'Antonia' von Simon Kellermann am besten gefallen, wirklich ein starkes Stück", meinte Anwalt Helmut Lederer. Als Fan von Christian Rösner – diesmal geehrt mit einem Sonderpreis des Verlegers – gab sich Georg Graf von Matuschka zu erkennen. "Inhaltlich und formal spitze", lobte der Kulturmanager, "ich hätte mir noch mehr Skulpturen in der Ausstellung gewünscht." Der er durchweg hohe Qualität bescheinigt.

Und die auch mit Überraschungen aufwartet, wie Andrea Dippel ergänzt. Auf Sid Gastl beispielsweise, den 1.-Preis-Träger, sei sie erst jetzt durch die Ausstellung aufmerksam geworden, gestand sie freimütig. Auch zahlreiche Künstler, die diesmal nicht in der Ausstellung vertreten sind, unter ihnen Clemens Heinl, Ursula Jüngst und Fred Ziegler, freuten sich über anregende Begegnungen bei swingenden Rhythmen und einigen Chanson-Klassikern von Myriam Mayer. 

Wolfgang Heilig-Achneck

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