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Das Ende der Caritas

Der NBC hat gelernt, Sport als Geschäft zu akzeptieren - 28.01.2013

Nürnberg  - Für das schöne Plakat, mit dem der Nürnberger Basketballclub das wichtige Heimspiel gegen den TSV Crailsheim werben wird, haben drei Basketballer Aufstellung genommen, die am 9. Februar nur dann in der Halle am Berliner Platz zu sehen sein werden, wenn sie sich noch kurzfristig dem TSV Crailsheim anschließen.

Man kann der Marketing-Abteilung des NBC keinen Vorwurf machen. Geeignete Spieler für die Werbekampagne auszuwählen, war in dieser wilden Saison so aussichtsreich wie die Leihstimmen-Strategie der niedersächsischen CDU. Vier Spieler haben Nürnberg seit Saisonbeginn verlassen, fünf neue sind gekommen, lediglich sechs sind seitdem geblieben. Das einst aufrichtige Vorhaben, nachhaltig und vernünftig zu arbeiten, wandelte sich aus tatsächlich nicht vorhersehbaren Gründen in die Angst, zurück in eine Liga zu müssen, die NBC-Chef Alexander Lolis nicht zu Unrecht als „Bananenliga“ bezeichnete. Wie unwahrscheinlich ein Abstieg ist, bewies nicht nur der schöne Heimsieg gegen Essen. Der „bislang so liebe und brave“ Klub will und muss nicht mehr „sozial inspiriert und karitativ handeln“, so nennt das Lolis, sondern hat gelernt, endlich auch den semiprofessionellen Basketball als das zu akzeptieren, was er längst ist: ein Geschäft.

Am Ende dieser Zweitliga-Saison laufen in Nürnberg alle Verträge aus, auch der des Trainers. Jeder Einzelne, heißt es, ist dazu eingeladen, sich für eine Zukunft beim NBC zu bewerben. Am Samstag präsentierte sich erstmals eine Mannschaft, die so spielt, als hätte sie ein gemeinsames Ziel. In der ursprünglichen Besetzung war das offenbar nicht immer der Fall. Das Trikot eines der Profis, die noch immer für die Partie gegen Crailsheim werben dürfen, dient den Einwechselspielern des Nürnberger Basketballclubs mittlerweile als Schuhabstreifer.

  

SEBASTIAN BÖHM


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