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Das Quelle-Areal ist verkauft

Investor aus Portugal plant Einkaufszentrum - Universität könnte nebenan einziehen - 13.09.2013 17:39 Uhr

Das Quelle-Areal ist die zweitgrößte leerstehende Immobilie in Deutschland.

Das Quelle-Areal ist die zweitgrößte leerstehende Immobilie in Deutschland. © Stefan Hippel


Auf dem 250.000 Quadratmeter großen Komplex soll ein Einkaufszentrum angesiedelt werden, allerdings hat die Stadt dafür eine maximale Verkaufsfläche von knapp 20.000 Quadratmetern genehmigt. Dies entspricht der früheren Quelle-Größe.

Die Nutzung der restlichen Fläche ist noch offen, nach den Vorstellungen der Stadtspitze sollen dort auch Teile der Universität Erlangen-Nürnberg angesiedelt werden. OB Ulrich Maly (SPD) wertet den Verkauf deshalb „als Chance zu einer guten Weiterentwicklung des Areals“.

Das frü­here Quelle-Gelände ist nach dem nicht mehr genutzten Flughafen Berlin-Tempelhof die größte leerstehende Immobilie der Republik. Nach der Pleite des Versandhauses stand das Gelände weitgehend leer, im Okto­ber 2012 beantragte der Insolvenz­verwalter die Zwangsversteigerung. Dazu kommt es nun nicht mehr. Ebenso wenig wie zu dem von CSU-Politikern geforderten Abriss des denkmalgeschützten Ensembles.

Die Firmen­gruppe Sonae Sierra dürfte starkes Interesse haben, möglichst rasch Geschäfte anzusie­deln. Schließlich profitiert der Inves­tor vor allem von den Einnahmen potenzieller Mieter. In Deutschland besitzt und betreibt die Gruppe in Ber­lin und in Weiterstadt bei Frankfurt Einkaufszentren, außerdem managt sie die Münster-Arkaden. Noch im Oktober eröffnet mit dem Hofgarten in Solingen ein weiteres Projekt.

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Quelle: Ein Rundgang durch die ehemalige "Versandmaschine"

Ein Rundgang durch das zweitgrößte leerstehende Gebäude Deutschlands im Dezember 2012.


OB Maly setzt wie Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) große Hoff­nungen auf eine mögliche universitäre Nutzung. So könnte im Westen Nürnbergs eine Hochschul­meile entstehen, die sich bis ins angrenzende Fürth zieht. Erst kürz­lich ist auf der anderen Seite der Für­ther Straße eine Außenstelle des Fraunhofer-Instituts eröffnet worden — auf dem ehemaligen AEG-Gelände.

In Fürth dürfte die Entwicklung mit Skepsis betrachtet werden, sollen in der Kleeblattstadt doch ebenfalls neue Einkaufsmöglich­keiten entstehen. Die Fürther blicken zudem auf negative Erfahrungen mit dem Investor zurück: Sonae Sierra war sowohl an der Projektentwick­lung der „Neuen Mitte“ an der Rudolf-Breitscheid-Straße als auch an der Übernahme des City-Centers interessiert. Beide Vorhaben konnten nicht realisiert werden.

 

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Was von Quelle übrig blieb

Im Oktober 2009 kündigte der Insolvenzverwalter von Quelle die Abwicklung des Versandhauses an. Zurück blieben leere Kaufhäuser, riesige Versandzentralen und verlassene Büros. Der Fotograf Stefan Koch hat für sein Projekt "Meine Quelle-Geschichte" die brachliegenden Gebäude und die ehemaligen Mitarbeiter fotografiert.



  

Michael Husarek (Nürnberger Nachrichten)

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