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Der TV Eibach ist Nürnbergs Mannschaft des Jahres 2012

Faustballerinnen stapeln gerne tief - 02.01.2013 15:00 Uhr

Herzlichen Glückwunsch: Dieses Jubelbild des TV Eibach stammt allerdings bereits aus dem Jahr 2011 — Bettina Berning (von links), Tanja Becher, Christiane Winz, Kim Fischer, Sabrina Schwender, Daniela Dumser, Barbara Eberhard und Karen Schneider freuen sich über den Aufstieg in die Bundesliga. © Karlheinz Daut


Am Ende des jüngsten Telefonats hat Barbara Eberhard aber noch etwas anderes sagen wollen. Ganz zart fragte sie an, ob wir so nett sein könnten, künftig nicht mehr ganz so prominent herauszustellen, dass selbst den Sieg gegen Bretten nicht ganz so viele Leute sehen wollten wie ein Nullnull des 1. FCN gegen Augsburg. Davon kämen schließlich auch nicht mehr Zuschauer an den Hopfengartenweg. Da hat sie natürlich recht, bei einem eher faden Kreisliga-Spiel erwähnen wir auch nicht, dass außer der Freundin des Mittelstürmers, den üblichen Vorruhestandsultras und dem Hund des Vorstoppers sich kaum Zuschauer am Zaun langweilten. Außerdem geht es doch darum, wie groß der Erkenntnisgewinn der Zuschauer ist — und da kann sich ein Bundesliga-Spiel in der beinahe vergessenen Sportart Faustball durchaus mit gleichwertigen Vorstellungen im Fußball, Eishockey oder Basketball messen.

Denn selbst, wer mit diesem Rückschlagspiel, das zu den ältesten Sportarten der Welt gezählt wird, auf den ersten Blick nicht allzu viel anfangen kann, der kann sich auf einer Bierbank an dem Eibacher Sportplatz an den Rednitzauen trotzdem in kurzer Zeit wohlfühlen. Das Sport wirkt zunächst wie aus der Zeit gefallen, das Spielfeld ist groß, selbst auf diesem hohen Niveau (die deutsche Nationalmannschaft zählt bei Frauen und Männern zur Weltspitze) können Sätze ohne große spielerische Höhepunkte vorbeiziehen — oder, zumindest ohne, dass man spielerische Höhepunkte gleich erkennt. Aber es lohnt sich, genauer hinzusehen.

Man entdeckt den Eifer von Barbara Eberhard, die Ernsthaftigkeit von Karen Schneider und die Abgebrühtheit von Andrea Reindl, zwei Spielerinnen, von denen Schneider, die einstige Weltklassefaustballerin, sagt, dass sie eigentlich nicht mehr in die Bundesliga gehören. Das Wort eigentlich aber kann man sich im Zusammenhang mit dem TV Eibach sparen. Eigentlich hätten sie schon nach dem Abgang von Zuspielerin Kim Fischer keine Chance auf den Klassenverbleib in der Feldbundesliga gehabt. Eigentlich hatte es ohne die schwangere Bettina Berning und Daniela Dumser (Kreuzbandriss) auch in der Halle nicht gut ausgesehen. Tatsächlich wird der TV auch im Frühjahr in eine neue Bundesliga-Saison starten, tatsächlich wird er in der aktuellen Hallensaison auf Platz sechs geführt.


In Eibach spielen sie nicht allein für sich selbst, weil es ganz nett ist, sich Bundesligaspielerin zu nennen. In Eibach spielen sie auch für die Zukunft, für die jungen Mädchen, die nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft von der Stadt 2011 zur Mannschaft des Jahres gewählt worden waren. Dem Nachwuchs soll eine Perspektive geboten werden in Eibach und damit auch der Sportart an dem traditionsbewussten Standort.

Ende Januar wird Barbara Eberhard wieder anrufen, am 27. Januar geht es in der Halle in der San-Carlos-Straße gegen Niedernhall und Erlenmoos. Übertriebenen Pessimismus wird sie sich dann nicht leisten können, es geht gegen einen Tabellennachbarn und den Tabellenletzten. Und es geht um die Zukunft ihres schönen Sports für unsere Mannschaft des Jahres 2012.

Ehrenvolle Erwähnung

Dergahspor Nürnberg: Es gibt nur einen Grund, warum der Beinahe-Bayernligist seinen Vorjahrestriumph nicht wiederholen durfte: der TV Eibach.

Das A-Jugend-Handballteam des Post-SV: Sie nennen sich Post-Boyzz, das liest sich modern, dabei hat alles mit zwei Vätern, ihren talentierten Söhnen und einer Mannschaft begonnen, deren Stärken Freundschaft und Zusammenhalt waren. Damit haben es die Post-Boyzz bis in die Bundesliga gekämpft. Gratulation.

  

SEBASTIAN BÖHM

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