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Die Planungen für das Volksbad können beginnen

Der Stadtrat hat grünes Licht gegeben - noch müssen Fragen geklärt werden - 12.12.2018 21:31 Uhr

Das Volksbad bietet derzeit einen Anblick, der eine gewisse Melancholie auslöst. Das soll sich möglichst schnell ändern. Der Stadtrat hat grünes Licht für den Einstieg in die Projektplanung geben. © Foto: Viola DeGeare


Bis der Stadtrat sein endgültiges Votum geben kann, müssen noch viele Fragen geklärt werden. Mit der Beantwortung soll sich künftig die Projektgruppe, die bei der städtischen Tochter Nürnberg-Bad angesiedelt wird, beschäftigen. Dazu gehört auch zu
klären, wie viel es tatsächlich kosten wird, aus dem Volksbad wieder ein Schwimmbad zu machen. Derzeit steht eine Summe von 55 Millionen Euro im Raum, 18 Millionen schießt der Freistaat zu.

"18 Millionen Euro sind ein wichtiger Grundstein und wir sind froh darüber", sagt Christian Vogel. "Aber Nürnberg ist der Hauptlastträger." Die Stadt werde sich deshalb bemühen, weitere Fördermöglichkeiten ausfindig zu machen. "Wir geben nicht auf. Jedes Fünferle zusätzlich werden wir nutzen."

Die Stadträte begrüßen mehrheitlich die Planung, die Vogel ihnen vorgestellt hat. Anja Prölß-Kammerer, die Fraktionsvorsitzende der SPD, betont, dass es nicht nur darum geht, für den Westen der Stadt ein Schwimmbad zu schaffen. "Es geht um einen leeren, toten Raum in der Stadt, der wiederbelebt werden soll." Achim Mletzko, den Fraktionschef der Grünen, hat die Machbarkeitsstudie überzeugt. "Man tut sich schwer, nicht davon begeistert zu sein", sagt er. "Das Bad wird eine unheimliche Zugkraft entwickeln." Wichtig sei außerdem, dass die Kinder künftig mit der U-Bahn fast direkt vor die Tür des Schwimmbads fahren können.

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Auch die Linke Liste stimmt den Plänen der Verwaltung zu. "Schön, dass hier etwas vorangeht", sagt Titus Schüller. "Das ist ein guter Schritt." Marcus König, der die CSU-Stadtratsfraktion anführt, spricht von einem geschichtsträchtigen Tag. "Das wird ein Generationenprojekt", sagt er. "Wir brauchen im Westen ein Bad fürs Schwimmenlernen." Er betont aber auch, dass bei den Planungen nicht nur die Baukosten berücksichtigt werden dürfen. Es müsse schließlich auch der Unterhalt finanziert werden. "Natürlich brauchen wir ein Bad im Westen und die Stadtentwicklung an dieser Stelle", sagt Alexander Liebel (FDP). Geprüft werden müsse auch, was ein Badneubau an anderer Stelle und was das Stadtentwicklungsprojekt ohnehin kosten würden.

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Jürgen Dörfler (Freie Wähler) fordert, das Vorhaben aufzuschieben. Zu viele Großprojekte kämen demnächst schon auf die Stadt zu – darunter der Bau des Konzertsaals und der Hafenbrücken. Er stimmt, wie sein Parteikollege Hartmut Beck gegen Vogels Vorschlag. Auch Jan Gehrke (ÖDP) verweigert seine Zustimmung. Sicher sei die Sanierung des Volksbads ein finanzieller Kraftakt, sagt schließlich Kämmerer Harald Riedel. "Aber sie ist auch eine Riesenchance für die Stadt." 

Gabi Eisenack E-Mail

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