Mittwoch, 19.12.2018

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Diese Neubauten werden Nürnbergs Innenstadt verändern

NZ-Redakteur André Fischer wagt einen Blick in die Zukunft - 21.02.2018 15:19 Uhr

Die erst 1971 errichtete Zentrale der AOK am Frauentorgraben wird derzeit abgerissen. So sieht der Entwurf für den Neubau vom Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner aus. 2020 will die AOK einziehen. © Simulation: gmp-Architekten


Wer in München die Leopoldstraße Richtung Innenstadt befährt, der wird am Anfang der Straße viele Neubauten sehen, die sich sehr ähnlich sind: Stark gerasterte Fassaden mit normierten Gliederungen, die fast identisch sind. Das sind die Folgen von Dämmvorgaben und systematisierten Büros. In Nürnberg ist es noch nicht ganz so schlimm.

Derzeit wird der AOK-Verwaltungsbau am Frauentorgraben entkernt und abgerissen. Das Gebäude, das erst 1971 gebaut wurde, verschwindet, weil sich eine Sanierung angesichts der Schadstoffbelastung mit PCB sowie Schäden in der Tiefgarage nicht lohnt. Den Zuschlag für den Neubau hat die Firma Hochtief bekommen, die nach den Plänen des renommierten Hamburger Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner die neue AOK-Zentrale errichtet.

Es wird ein 11.000 Quadratmeter großes Bürogebäude mit einem Parkdeck für 225 Autos entstehen. Die Kosten dürften zwischen 40 und 50 Millionen Euro liegen. Der sechs- und fünfgeschossige Bau soll Platz für 600 Arbeitskräfte bieten. Da das neue Gebäude etwas schmäler ausfällt, kann Hochtief daneben einen weiteren, kleineren Bürokomplex errichten. Fertigstellung der neuen AOK ist für 2020 geplant.

Der "Wilhelm" kommt neben den Marientunnel

Einige Hundert Meter weiter wird die ehemalige Hauptpost am Hauptbahnhof abgerissen. Der markante Kopfbau, der 1931 entstanden ist und 1947 wieder aufgebaut wurde, verschwindet komplett. Vom Rundbau, der 1924 fertiggestellt wurde, bleibt die Außenfassade stehen, auch die Art-Déco-Treppenhäuser werden erhalten. Die Dachformation wird nicht verändert. Allerdings sollen viele Gauben eingebaut werden. Die Bruttogeschossfläche des sogenannten "Tafelhof Palais" wird vom Bauherrn, der Hubert-Haupt-Immobilien-Holding, mit 47.000 Quadratmetern angegeben. Das Architekturbüro rechnet mit deutlich über 50.000 Quadratmetern.

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Rund 30.000 Quadratmeter davon sind schon an zwei Hotelketten vermietet. Auf 1700 Quadratmeter werden Post und Postbank wieder an ihrem alten Standort, aber im Neubau, einziehen. Darüber hinaus ist noch Platz für Büros, Praxen und Einzelhandel. Gebaut werden neben dem Hauptbahnhof zwei Türme nach den Plänen des Berliner Architekturbüros Max Dudler. Im Inneren des Ensembles wird ein kleiner Platz entstehen. Die Fertigstellung ist für Ende 2020 oder Anfang 2021 geplant.

Entlang der Bahnhofstraße, neben dem Marientunnel, hat Immobilienentwickler Aurelis begonnen, den ersten Bauabschnitt der Marienzeile zu realisieren. Er heißt "Wilhelm" und wird von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bezogen. Geplant sind insgesamt vier Bürogebäude mit fünf bis sechs Geschossen. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Jürgen Engel. Die Bruttogeschossfläche, die gebaut wird, liegt bei 42.000 Quadratmeter. 2020 soll der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein.

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