23°

Freitag, 23.06. - 12:11 Uhr

|

zum Thema

Drei Jahre Haft: Pädophiler hortet hunderte Kinderpornos

Der Nürnberger verbüßte bereits sechs Jahre für ähnliche Taten - 14.02.2017 09:57 Uhr

Zufällig entdeckte eine Mutter aus Leipzig eine Unterhaltung ihres Sohnes in einem Chat-Programm: Der Junge hatte mit Detlef H. (Name geändert) intime Fotos ausgetauscht. Die Frau ging zur Polizei. Durch ihre Anzeige kamen die Ermittlungen gegen den 33-Jährigen ins Rollen.

Ein Kriminalpolizist berichtete vor der Jugendkammer I des Landgerichts, dass seine Kollegen bei einer Wohnungsdurchsuchung im Juli 2015 Datenträger sicherstellten, auf denen sich 211 Videos und 174 Fotos mit kinderpornografischem Inhalt befanden.

Über ein auf schwule Männer spezialisiertes Internetportal hatte der einschlägig vorbestrafte Angeklagte Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufgenommen. Er tauschte mit den Minderjährigen Handynummern aus und überredete sie, ihm Nacktbilder über das Programm WhatsApp zu schicken.

Opfer mussten nicht vor Gericht aussagen

Vor Gericht legte Detlef H. ein Geständnis ab und ersparte damit den Buben einen Auftritt im Zeugenstand. Das rechnete ihm das Gericht unter Vorsitz von Richter Dieter Weidlich hoch an, zumal ein Polizist vorher berichtet hatte, wie peinlich den Betroffenen bereits die Aussagen bei der Polizei waren.

Die Jugendkammer, die in diesem Fall zuständig war, da es sich bei den Opfern um Kinder und Jugendliche gehandelt hatte, verhängte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten. Detlef H. müsse an sich arbeiten, wenn er nicht erneut hinter Gittern landen wolle. "Kinder und Jugendliche sind tabu für Sie. Ihre sexuellen Neigungen dürfen Sie nur mit Erwachsenen ausleben", redete Richter Weidlich dem Angeklagten ins Gewissen.

Der 33-Jährige war bereits zweimal wegen ähnlicher Taten im Gefängnis. Anschließend stand er unter Führungsaufsicht und hatte absolutes Internetverbot.

Weil sich der Nürnberger einsichtig zeigte und eine Therapie machte, waren die Behörden zuversichtlich, dass er nicht mehr rückfällig werden würde. Als sie ihm genehmigten, sich wieder einen Computer anzuschaffen, enttäuschte Detlef H. aber die Erwartungen seiner Betreuer. 

Clara Grau E-Mail

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Nürnberg