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Sonntag, 20.01.2019

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Ein Sportsoldat will nach Rio

Deniz Menekse ist bislang der Lichtblick bei den Ringern der SV Johannis - 27.10.2012

Egal ob in der ersten oder zweiten Liga: Johannis-Neuzugang Deniz Menekse wurde mit einer Ausnahme stets als Sieger ausgerufen. © Roland Fengler


Deniz Menekse ist neu bei den Ringern von Johannis und er debütierte mit der Staffel in der Bundesliga. Und wie: Der 19 Jahre alte gebürtige Nürnberger gewann in der Vorrunde vier von fünf Kämpfen, wobei er zum Auftakt und im letzten Kampf der Vorrunde fehlte. Er war damit der erfolgreichste Johanniser.

„Ich hatte nicht gedacht, dass ich so viel gewinnen würde“, sagt Menekse schüchtern lächelnd. Schließlich ist er neu in der höchsten Ringerklasse und ist auch auf viele starke Gegner getroffen. Von daher, sagt Menekse, „ist es bisher richtig gut gelaufen“.

Er hat lange gezögert, dem Werben des großen Nachbarn Johannis nachzugeben. „Ich habe mich nicht richtig getraut, wollte eigentlich gar nicht weggehen.“ Schließlich ist er beim SC 04 Maxvorstadt als Ringer groß geworden, ist für den Verein elf Jahre mit Erfolg auf die Matte gegangen.

Doch vor der neuen Saison hat er den Schritt dann doch gewagt und sagt heute: „Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte.“ Er ist bei Johannis sehr gut aufgenommen worden, ihm gefällt auch die Atmosphäre, die bei den Kämpfen herrscht. „Das pusht so richtig“, weiß er. „Vor allem, wenn sie merken, das etwas geht.“ Bei Deniz Menekse, der in der Klasse bis 60 kg ringt und natürlich am liebsten Griechisch-Römisch, weil das seine Lieblingsstilart ist, ging tatsächlich viel.

„Ich hatte Heimweh“

Doch der junge Mann hat nicht nur mit dem Wechsel von der Ober- in die Bundesliga einen neuen Lebensabschnitt begonnen, sondern er ist inzwischen ebenfalls bei der Bundeswehr, in der Sportförder-Gruppe in Bruchsal – wie seine beiden Vereinskollegen Tim Schleicher und Fabian Schmitt. Was auch damit zusammenhängt, dass er die Lehre, die er nach seinem qualifizierten Hauptschulabschluss begonnen hat, wegen der vielen Fehltage im Zusammenhang mit seinem Sport nicht beendet hat. Stattdessen wurde er Soldat, „was ich ja ohnehin später machen wollte“. Das sei dann schon eine große Umstellung gewesen, gesteht Deniz Menekse. „Zum ersten Mal von der Familie weg, am Anfang hatte ich schon Heimweh.“ Inzwischen hat er sich eingelebt, hat die Grundausbildung hinter sich gebracht und trainiert unter der Woche nun auch regelmäßig im Bundesleistungszentrum in Schifferstadt. Und er sagt: „Das war die richtige Entscheidung.“ Das Training dort sei intensiver und es gebe zudem mehr Partner, mit denen er sich messen kann. Zwei Mal pro Tag wird je drei Stunden geübt. Und am Wochenende geht es dann immer nach Hause und für Johannis auf die Matte.

In der Jugend hat Deniz Menekse alles gewonnen, was es in Deutschland zu gewinnen gab, außerdem war er einmal EM-Dritter. Der Nürnberger lässt aber an seinem großen Ziel keinen Zweifel. „Ich möchte 2016 bei den Olympischen Spielen in Brasilien dabei sein“, sagt er klipp und klar. Und Udo Schmitt, kommissarischer Sportleiter bei Johannis, traut es Menekse durchaus zu. „Er hat das Potenzial, kämpft furchtlos und ohne Respekt und hat für die 60 kg auch die optimale Größe“, meint Schmitt. Er fügt hinzu: „Ich glaube, dass Deniz auf Turnierebene bald ganz vorne mitmischen wird.“

 

VON RAINER WEICHENRIEDER

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