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Energie Campus soll Energiewende voranbringen

Eine Ideenschmiede mit konkreten Visionen - 05.03.2013 07:45 Uhr

Einer der Schwerpunkte des Energie Campus ist die Weiterentwicklung der Solartechnik. Mit druckbarer Photovoltaik sollen die Grundlagen für eine Solarfabrik der Zukunft geschaffen werden. © Roland Fengler


Neben Finanzminister Markus Söder (CSU) kamen Wirtschaftsminister Martin Zeil, Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch sowie Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel (alle FDP). Für 150 Forscherinnen und Forscher, die bislang an verschiedenen Standorten arbeiteten, begann damit der Einzug in Labore, technische Räume, Werkstätten und Büros auf der 5800 Quadratmeter großen Forschungsfläche.

Mit dem EnCN wird eine interdisziplinäre Plattform geschaffen, auf der die höchst unterschiedlichen Bereiche der Energiewirtschaft zusammengeführt werden. Mit dabei sind Wissenschaftler von der Friedrich-Alexander-Universität, der Ohm-Hochschule, dem Zentrum für angewandte Energieforschung sowie von drei Fraunhofer-Einrichtungen. Noch in diesem Jahr sollen ein Teil einer Helmholtz-Einrichtung und das Energietechnologische Zentrum, das aus der Südstadt wegzieht, hinzukommen.

„Der Energie Campus Nürnberg ist ein Leuchtturm, der den Wissenschaftsstandort Nürnberg bereits heute prägt. Hier wird am Energiesystem von morgen geforscht. Nürnberg wird damit zu einem Motor zur Umsetzung der Energiewende in technologischer Hinsicht“, sagte Wirtschaftsreferent Michael Fraas bei der Einweihungsfeier.

Das Konzept des EnCN stammt von dem Erlanger Professor Wolfgang Arlt, der auch Sprecher und wissenschaftlicher Leiter des EnCN ist. Mit insgesamt zehn Einzelprojekten soll die Energiewende alltagstauglich werden. Das reicht von neuer Speicher- und Haustechnologie bis hin zu intelligenten Netzen sowie effizienter Nutzung von Energie. Geforscht wird auch über die gesellschaftliche Akzeptanz alternativer Energien.

„Die stillgelegten Industriebauten sind eine Ideenschmiede“

Das Neue am EnCN ist, dass die gesamte energetische Versorgungskette analysiert wird und Wissenschaftler mit Anwendern zusammengeführt werden. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil hofft, dass neue Produkte entwickelt werden: „Die stillgelegten Industriebauten sind kein Museum, sondern eine Ideenschmiede.“

Sie wollen mit einem symbolischen Startschuss die Bedeutung des EnCN hervorheben (v.l.): Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel, Finanzminister Markus Söder, Wirtschaftsminister Martin Zeil und Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch. © Roland Fengler


„Der Energie Campus soll ein Kristallisationsvirus für Forschung im Nürnberger Westen sein“, hofft Arlt. Auch Finanzminister Markus Söder sieht mit dem EnCN eine große Chance, eine Wissenschaftsachse mit „Auf AEG“ und dem ehemaligen Quelle-Areal zu etablieren. Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch ging in seinem Beitrag aber nicht darauf ein, ob Teile des Südgeländes der Friedrich-Alexander-Universität nach Nürnberg verlagert werden, um weiter wachsen zu können, oder nicht.

Bei all dem Lob über die neue Forschungseinrichtung gab es doch auch zwei Forderungen aus dem wissenschaftlichen Bereich: Michael Braun, Präsident der Ohm-Hochschule, forderte nachdrücklich, dass seine Einrichtung zur Technischen Hochschule aufgewertet wird. Karl-Dieter Grüske, Präsident der Friedrich-Alexander-Universität, erinnerte daran, dass noch ungeklärt ist, wie es nach 2016 mit den EnCN weitergeht, denn dann sind die 50 Millionen Euro an Projektgeldern verbraucht: „Die Frage ist bis heute nicht gelöst. Die Nachhaltigkeit ist nicht gesichert.“ 

André Fischer

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