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Jeder Sportler hat zwei, wobei eine davon nicht mehr zu gebrauchen ist, weil der Reißverschluss klemmt. Nur fällt es schwer sie wegzuwerfen, weil sie an einen sonst längst vergessenen Triumph erinnert. Bei mir war es die Jugend-Stadtmeisterschaft 1989. Eine schwarze Tasche mit nur einem Seitenfach, in das, darauf legte ich als Kind tatsächlich wert, nichts als die Kapitänsbinde gesteckt werden durfte.
Die Tasche war ein Phänomen für sich, denn irgendwie schien sie ihre Größe zu verändern. Wenn meine Mutter sorgfältig gebügelte Wechselwäsche zu den Schienbeinschonern und Fußballschuhen packte, war sie viel zu groß. Nach dem Training, wenn ich die verschwitzten Sachen hineinstopfte, war sie zu klein. Ich hab’ die Fußballschuhe dann immer in die Hand genommen und nach Hause getragen.
Eines Tages missachtete meine Mutter die heilige Kapitänsbindenregel und steckte eine Banane ins Seitenfach. Da ich ein Kind wie jedes andere war, hasste ich Obst und Gemüse. Zum Verhängnis wurde dem Seitenfach aber, dass ich bei der Wahl zum Mannschaftskapitän deutlich unterlag.
Über Monate hinweg wuchs so bei bestem, feucht-warmen Gewächshausklima eine Art Bananenkultur in meiner Tasche heran, wobei sich die Banane selbst irgendwie dabei auflöste.
Ich habe die Tasche kürzlich beim Umzug gefunden und mich stolz an die Stadtmeisterschaft 1989 erinnert. Als ich leichten Bananengeruch vernahm, habe ich sie angewidert zurück in die Kiste geschmissen. Ich werd’ sie jetzt endlich wegwerfen. Vielleicht.
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