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Erschossener Hund: Verfahren gegen Jäger eröffnet

Schütze droht der Verlust des Jagdscheins - 22.02.2013 06:00 Uhr

Dem Waidmann, welcher in Rehhof einen Hund erschossen hat, droht der Verlust seines Jagdscheins. © dpa


Die polizeilichen Ermittlungen sind abgeschlossen. Die Akten liegen mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft. Ob der Jäger strafrechtlich belangt wird, weil er Ende vergangenen Jahres die Hovawart-Hündin „Dalila“ getötet hat, ist jedoch noch offen.

Bis zu dieser Entscheidung will das Ordnungsamt nicht warten. Die für die Jagd zuständige Behörde hat unabhängig vom Ausgang des Strafverfahrens ein eigenes Verfahren gegen den Jäger eingeleitet — ein seltener Vorgang, wie Robert Pollack, Vizechef der Behörde, auf Anfrage sagt.

Das Ordnungsamt hat offensichtlich Zweifel daran, dass der Jäger noch alle Voraussetzungen für den Besitz eines Jagdscheins erfüllt. Dazu gehören zum Beispiel Zuverlässigkeit und die körperliche Eignung. Der 72-Jährige bekommt laut Pollack nun Gelegenheit, sich zu äußern. „Man muss sehen, was die Anhörung ergibt.“

Der Jäger hat das von Almoshof über Lohe bis zu den Pegnitzwiesen reichende Jagdrevier im Nürnberger Osten seit 40 Jahren gepachtet. Ihm droht gleich von mehreren Seiten Ungemach. Laut Rechtsanwalt Andreas Schröder — er vertritt den Hundehalter — wurde vor dem Amtsgericht Klage erhoben. Sein Mandant fordert Schadensersatz und Schmerzensgeld. Der Hundehalter hatte mitansehen müssen, wie seine Hündin (5) beim Gassigehen niedergestreckt wurde.

Tierfreund hat mittlerweile einen neuen Hund

Der Jäger soll hinterher mehrere Gründe für den Schuss genannt haben. Die eine Variante, die kolportiert wurde: Er will den Hund mit einem Fuchs verwechselt haben. Die zweite: „Dalila“ habe gewildert.

Weder der Jäger noch sein Sohn, der von der Jagdgenossenschaft Nürnberg-Nord (Almoshof, Lohe und Pegnitzwiesen) am Mittwoch zum Mitpächter bestimmt wurde, wollen sich derzeit zu den Vorwürfen äußern.

Der zuständige Jagdvorsteher wiederum kann zum konkreten Fall nichts sagen. Er sei nicht dabei gewesen, sagt Peter Rottner. Die Aggressivität, mit der Jäger seither attackiert würden, macht ihn betroffen. „Alle Jäger werden in einen Topf geworfen. Dabei wissen die meisten gar nicht, dass die landwirtschaftliche Jagd für den Naturschutz wichtig ist.“

„Dalilas“ Herrchen hat übrigens einen neuen Hund. Der 76-Jährige hatte sich wegen seines Alters zunächst gesträubt, sich noch einmal ein Tier anzuschaffen. „Doch die Nachbarschaft hat zusammengeholfen, ihm einen unterzuschieben“, sagt Heidi Heinrich aus Rehhof. Vor kurzem ist „Leo“, ein acht Jahre alter Hovawart, bei dem Tierfreund eingezogen. 

sto

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