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Fall 35: Ein Führerschein vom Christkind

Fahrerlaubnis wäre nachhaltige Entlastung für siebenfache Mutter - 21.12.2017 08:21 Uhr

Morgens geht es rund bei Familie L.: Es gilt, sieben Mädchen und Jungs durchs Bad zu schleusen, da sind die Eltern längst auf den Beinen. Und dann geht es auf Tour: Die Kinder besuchen sieben verschiedene Schulen, Tagesstätten und auch sonderpädagogische Einrichtungen. Die älteren gelangen natürlich eigenständig dorthin, aber die kleineren muss die Mutter begleiten.

Zu Fuß und mit Bussen ist sie dafür längere Zeit unterwegs. Dann stehen die Einkäufe an. Corinna L. muss täglich losziehen, sonst schafft sie es nicht. Denn sie benötigt große Mengen, um die Kinder satt zu bekommen, kann aber nur so viel auf einmal kaufen, wie sie auch schleppen kann. Denn: Die Familie verfügt über kein Auto - mal eben den Kofferraum mit den Besorgungen für eine ganze Woche zu füllen, ist daher nicht drin. Und die 36-Jährige verfügt obendrein über keinen Führerschein. Fahrstunden zu nehmen und die Prüfung zu machen, wäre ihr größter Wunsch – und eine nachhaltige Erleichterung.

Die zuständige Sozialpädagogin des örtlichen Jugendamts beschreibt die Frau als eine "sehr fürsorgliche Mutter, die sich liebevoll um ihre Kinder kümmert" und nicht nur ordentlich auftischen muss, sondern ebenso enorme Berge von Wäsche zu bewältigen hat. Und daher häufig selbst hart am Limit ihrer Kräfte agiert.

In neuer Bleibe fehlt es an Mobiliar

Wie ein Sechser im Lotto fühlte es sich für die Familie an, dass sie vor ein paar Wochen aus einer viel zu kleinen in eine ausreichend geräumige Wohnung umziehen konnte. Die örtliche kommunale Wohnungsbaugesellschaft machte es möglich, indem sie zwei nebeneinanderliegende Mietwohnungen mit einem Mauerdurchbruch zusammenlegte.

"Dieses soziale Entgegenkommen ist für die Familie Gold wert", unterstreicht auch die Sozialpädagogin. Die Kehrseite der Medaille: Der Umzug ist zwar bewältigt, aber in der neuen Bleibe fehlt es noch an allen Ecken und Enden. Zum Beispiel an Küchenmobiliar und wichtigen Elektrogeräten - ein Teil der bisherigen Ausstattung war reif für den Sperrmüll, anderes passte einfach nicht. Die Einbauschränke konnte sie sowieso nicht mitnehmen. Doch nur dafür kann sie Hilfe vom Jobcenter beantragen; alles andere gilt nicht mehr als "Erstausstattung" und wird daher nicht übernommen.

"Freude für alle" setzt an zum Endspurt: Noch zweiTage lang bittet die Weihnachtsaktion mit der beispielhaften Schilderung von einzelnen Schicksalen um Unterstützung für Hilfsbedürftige in unserer Region. Unsere Spendenkonten:

Sparkasse Nürnberg: DE63 7605 0101 0001 1011 11

Sparkasse Fürth: DE96 7625 0000 0000 2777 72

Sparkasse Erlangen: DE28 7635 0000 0000 0639 99

Postbank Nürnberg: DE83 7601 0085 0400 0948 54. 

Wolfgang Heilig-Achneck

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