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Gabriel in Nürnberg: Verständnis für Stromtrassen-Gegner

Wirtschaftsminister warnt vor Fortsetzung der Protests - 29.07.2014 21:08 Uhr

Sigmar Gabriel hat bei seinem Nürnberg-Besuch Verständnis für die Anliegen der Trassen-Gegner gezeigt - und vor weiterem Widerstand gewarnt.

Sigmar Gabriel hat bei seinem Nürnberg-Besuch Verständnis für die Anliegen der Trassen-Gegner gezeigt - und vor weiterem Widerstand gewarnt. © Stefan Hippel


„Natürlich wird der jetzige Korridor nicht kommen. Wenn der Staat versuchen würde, das mit gesetzlichen Mitteln durchzusetzen, haben wir jahrelanges Theater und Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht“, sagte Gabriel auf einer Veranstaltung der Bundesagentur für Arbeit. Ein solches Vorgehen wäre unklug.

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Sigmar Gabriel in Nürnberg: Demo gegen Stromtrasse und EEG-Reform

Sigmar Gabriel war am Dienstag zu Gast in Nürnberg. Während vor dem Rathaus zahlreiche Menschen demonstrierten, eine Gruppe gegen die geplante Gleichstromtrasse, eine andere gegen die Auswirkungen der aktuellen EEG-Reform, warnte der Bundeswirtschaftsminister vor einer Fortsetzung des Widerstands gegen das Energie-Projekt. Zugleich jedoch äußerte er Verständnis für die Ängste der Menschen und warb für Alternativen zur bisherigen Planung.


Zugleich will die Bundesregierung nach seinen Worten künftig für Höchstspannungsleitungen, wie sie im Rahmen der Energiewende geplant sind, auch Erdverkabelungen zulassen. „Mann kann nicht ein kleines Dorf mit einer 380-KV-Freileitung einkreisen“, sagte der Minister. Bei Freileitungen werde man Lösungen suchen, die für die Menschen in der betroffenen Region verträglich seien.

Die umstrittene Südost-Passage soll zudem nicht in Halle, sondern in Norddeutschland beginnen, um von dort aus Windstrom nach Bayern zu transportieren. In Schwachwindzeiten solle Wasserkraft-Strom aus Schweden und Norwegen in die Leitung eingespeist werden, kündigte Gabriel an. „Dazu wollen zwei Seekabel - eins nach Schweden und eins nach Norwegen - verlegt werden.“

Zugleich warnte Gabriel vor weiterem Widerstand gegen Stromtrassen. Diese seien nach der Abschaltung der Atomkraftwerke in Süddeutschland unverzichtbar. Andernfalls drohe in Teilen Deutschland langfristig ein Stromengpass mit unterschiedlichen Strompreiszonen. Dann werde „die Region, in der Strom ein knappes Gut ist, in der oberen Preiszone liegen, die Region, wo Strom kein knappes Gut ist, in der unteren Zone“.
  

dpa

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