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Gasexplosion im Frisörladen: Drei Jahre Haft für 67-Jährigen

Ziel war gemeinsamer Selbstmord - Lebensgefährtin starb, Angeklagter überlebte - 09.05.2012 15:07 Uhr

Nürnberg  - Er öffnet den Gashahn und hofft auf einen schmerzlosen Tod. Stattdessen löst ein 67 Jahre alter Nürnberger mit seinem Suizidversuch eine gewaltige Gasexplosion aus. Seine Lebensgefährtin stirbt, er selbst wird schwer verletzt. Nun muss er ins Gefängnis.

Folgen eines missglückten Selbstmordversuchs: Bei einer schweren Gasexplosion in einem Haus im Arzbergweg im August 2011 wurde eine Frau so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später starb. Ihr Lebensgefährte überlebte. Seit gestern muss er sich vor dem Nürnberger Amtsgericht verantworten.
Folgen eines missglückten Selbstmordversuchs: Bei einer schweren Gasexplosion in einem Haus im Arzbergweg im August 2011 wurde eine Frau so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später starb. Ihr Lebensgefährte überlebte. Seit gestern muss er sich vor dem Nürnberger Amtsgericht verantworten.
Foto: Uwe Niklas
Folgen eines missglückten Selbstmordversuchs: Bei einer schweren Gasexplosion in einem Haus im Arzbergweg im August 2011 wurde eine Frau so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später starb. Ihr Lebensgefährte überlebte. Seit gestern muss er sich vor dem Nürnberger Amtsgericht verantworten.
Folgen eines missglückten Selbstmordversuchs: Bei einer schweren Gasexplosion in einem Haus im Arzbergweg im August 2011 wurde eine Frau so schwer verletzt, dass sie wenige Tage später starb. Ihr Lebensgefährte überlebte. Seit gestern muss er sich vor dem Nürnberger Amtsgericht verantworten.
Foto: Uwe Niklas


Seine Lebensgefährtin ist nach Wochen in einer Klinik gestorben, er selbst überlebte die von ihm ausgelöste Gasexplosion schwer verletzt: Wegen Brandstiftung und Tötung auf Verlangen ist am Mittwoch ein 67 Jahre alter Nürnberger zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Das Amtsgericht blieb damit nur knapp unter dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß. Die Verteidigung hatte für den Angeklagten lediglich eine Bewährungsstrafe verlangt.

Die gewaltige Explosion am frühen Morgen des 16. August 2011 war im gesamten Nürnberger Stadtteil Laufamholz zu spüren gewesen. Die Druckwelle ließ in der Umgebung Autoscheiben bersten; Trümmerteile des explodierten Gebäudes bohrten sich in die Fassaden von Nachbarhäusern und die Straßen waren mit Glassplittern übersät. Zu der Explosion war es gekommen, nachdem der 67-Jährige die ganze Nacht über den Inhalt von zwei Propangasflaschen im Inneren des leerstehenden Gebäudes hatte ausströmen lassen.

An eine Explosion habe er gar nicht gedacht, berichtete der Maurermeister später in dem mehrtägigen Prozess vor dem Schöffengericht. Er und seine Lebensgefährtin hätten vielmehr in aller Stille aus dem Leben scheiden wollen; das Propangas hatte sie vergiften und damit schmerzlos töten sollen. Dass sich Propangas ab einer bestimmten Konzentration selbst entzünden könne, wie ein Gutachter in dem Prozess erläutert hatte, habe er nicht gewusst. Anwohner blieben bei der Explosion unverletzt.

30.000 Euro Schulden

Vor Gericht begründete der gebrochen wirkende 67-Jährige die Suizid-Absicht mit der verzweifelten Lage, in der sich das Paar gesehen habe. Er selbst habe 30.000 Euro Schulden gehabt, nachdem ihm drei Kunden offene Rechnungen nicht bezahlt hatten. „Ich fühlte mich vor dem finanziellen Ruin“, sagte er.

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Ein Ehepaar versucht sich im August 2011 durch eine Gasvergiftung das Leben zu nehmen. Doch statt eines stillen Todes in der eigenen Wohnung, explodiert das Gasgemisch und hinterlässt eine Spur der Verwüstung in Laufamholz.

Ähnlich verzweifelt sei seine 50 Jahre alte Lebensgefährtin gewesen, die im Erdgeschoss des später explodierten Hauses einen Friseursalon betrieben hatte. Nachdem ihr Vermieter gekündigt hatte, habe auch sie nicht weiterleben wollen. „Sie hatte nicht mehr gewusst, wie sie wieder auf die Beine kommen sollte“, berichtete der 67-Jährige.

Nach seinen Schilderungen hatte das Paar im Sommer 2011 drei Anläufe unternommen, um sich umzubringen. Zunächst hatten sie sich mit Abgasen ihres Autos vergiften wollen, was misslang. Beim zweiten Mal hätten sie sich eine Wohnung in dem leerstehenden, frisch renovierten Wohnhaus ausgesucht und das Gas von nur einer Propangasflasche ausströmen lassen; die Gasmenge habe aber anscheinend nicht ausgereicht. Schließlich wiederholte das Paar den Suizidversuch mit der doppelten Menge Gas. Dabei kam es schließlich zu der folgenschweren Explosion. 

dpa


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