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Gesperrt wegen Baumängeln: Falcons stehen ohne Halle da

Sporthalle am Berliner Platz bleibt bis mindestens Ende des Jahres dicht - 11.09.2018 05:42 Uhr

Müssen die Falcons umziehen? Darauf deutet derzeit vieles hin. © Sportfoto Zink / DaMa


Die Stadt hat ein Riesenproblem: Eine Halle von vergleichbarer Größe gibt es in Nürnberg nämlich nicht. Ganz abgesehen davon, dass die vorhandenen, kleineren Sportstätten bereits dicht belegt sind.

In der 27 mal 60 Meter großen Halle des Berufsbildungszentrums (BBZ) am Berliner Platz feierten die Basketballer der Falcons legendäre Siege - angefeuert von einem treuen Publikum. Beim normalen Tribünenaufbau finden zwischen 700 und 1500 Zuschauer Platz. Doch wenn man sämtliche Möglichkeiten nutzt, bringt man in der Halle 2140 Gäste unter - da kommt Stimmung auf.

Bei Routineuntersuchungen an den Wandpaneelen war Handwerkern am vergangenen Freitag aufgefallen, dass die Unterkonstruktion nicht mehr hält. "Platten hatten sich von der Wand gelöst, wir müssen nun die gesamte Unterkonstruktion überprüfen", erklärt Petra Waldmann, Leiterin des städtischen Hochbauamts. Die Folge: sofortige Schließung.

Reparatur ist "aufwändige Angelegenheit" 

Bei zwölf Meter hohen Wänden ist die Reparatur eine durchaus "aufwändige" Angelegenheit. Nach ersten Schätzungen dürften sich die Kosten auf mindestens eine Viertel Million Euro belaufen.

In der Halle, die man für den Schulsport in vier Einheiten unterteilen kann, haben tagsüber Berufsschüler Turnunterricht. An den Abenden und Wochenenden sind Vereine aktiv: Die Rhythmische Sportgymnastik des TSV 1846 hat hier ebenso Stunden gebucht wie die beiden Hockeyvereine HGN und NHTC.

Besonders hart trifft die Hallenschließung aber die Basketballer: Die Falcons sollen bis Weihnachten sieben Heimspiele in der zweiten Bundesliga absolvieren. Die Frage ist nur: Wo?

Die beiden Hockeyvereine können eventuell auf die Schulturnhalle Siedlerstraße in Zabo ausweichen, wo sie ohnehin manche Spiele abhalten. Die „Falcons“ haben kein Ausweichquartier und ihre Saison startet bereits am 22. September mit einem Heimspiel.

Neue Halle ist im Gespräch

Bei heutigen Krisengespräch suchen Sportbürgermeister Klemens Gsell und seine Mitarbeiter daher nach Lösungsmöglichkeiten. „Im Grunde müsste man die Vierfachturnhalle abreißen und neu bauen, denn sie modert seit langem vor sich hin“, meint der CSU-Kommunalpolitiker.

Langfristig arbeitet Gsell daran, im Berufsbildungszentrum (BBZ) eine neue Halle für den Schulsport zu errichten und - beispielsweise in der Nähe der Arena - eine weitere Veranstaltungshalle für den Profisport, in der 2500 bis 3000 Zuschauer Platz finden.

Doch dies ist Zukunftsmusik, das städtische Sportreferat muss jetzt für die kommenden dreieinhalb Monate rasch Alternativen präsentieren. „Wir können auf Dreifachhallen mit nur 200 Besuchern ausweichen“, überlegt Gsell, "das trifft dann natürlich Vereine, die mit dem BBZ eigentlich nichts zu tun haben." Doch man müsse den Profis der Bundesliga-Vereine Möglichkeiten zum Trainieren und für ihre Spiele verschaffen. 

Hartmut Voigt Lokalredaktion Nürnberg E-Mail

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