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Hallen-Mängel im BBZ: Falcons fürchten um Spielbetrieb

Kartenvorverkauf vorsorglich gestoppt - "Genauer Zeitplan steht nicht fest" - 12.09.2018 18:29 Uhr

Wann fliegen wieder Bälle durchs BBZ? Das ist, Stand jetzt, noch völlig unklar. © Sportfoto Zink / WoZi


Eigentlich wollten die Falcons in gut zwei Wochen vor heimischen Publikum in die neue Zweitliga-Saison starten. Doch unmittelbar vor dem Beginn der neuen Spielzeit stehen Nürnbergs beste Basketballer auf der Straße. Bis mindestens Ende des Jahres bleibt die Sporthalle am Berliner Platz dicht. 

Es war eine Routineuntersuchung, allerdings eine mit verheerenden Folgen: Handwerker bemerkten, dass die Unterkonstruktion der Wandpaneele nicht mehr hält. Die sofortige Schließung der Halle sei unausweichlich gewesen, sagt die Stadt. Und bei einer Deckenhöhe von rund zwölf Metern ist die Reparatur eine aufwändige Angelegenheit, die Kosten dürften sich bei einer Viertel Million Euro einpendeln. Das aber auch nur dann, wenn alles nach Plan läuft - und keine weiteren Mängel auftauchen. 

Der Basketball-Zweitligist ist in Schockstarre. "Die Sperrung des BBZ kommt natürlich zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt", sagt Falcons-Geschäftsführer und Cheftrainer Ralph Junge. "Nicht nur für uns, sondern auch für andere Vereine und den Schulsport." Aktuell stehe noch gar nicht fest, wie lange die Halle dicht bleibt - und das sorgt auch bei den Verantwortlichen für Nervosität. "Selbstverständlich suchen wir nach Alternativen und sind dabei auch in guten und konstruktiven Gesprächen mit der Stadt Nürnberg und der Liga", beruhigt Junge. 

Saison- und Tageskartenverkauf ist gestoppt

Doch die Falcons stehen vor einem gewaltigen Problem. Vorsorglich habe man die ersten zwei Heimspiele gegen die Kirchheim Knights und den MLP Academics Heidelberg abgesagt oder verlegt. Wann und wo sie nachgeholt werden, steht in den Sternen. Der Spielbetrieb beim Zweitligisten ist massiv gestört, vom Training über das Ticketing, vom Live-Stream bis hin zum Catering. Der Einzelkartenvorverkauf für die anstehende Saison wurde gestoppt. Auch der Versand der Dauerkarten liegt auf Eis. "Wir bitten unsere Fans hier noch um etwas Geduld", sagt Junge. "Bevor wir nicht genau wissen, wo und wann wir spielen, müssen wir mit den Saison- und Tageskarten noch warten."

Eine konkrete Lösung zeichnet sich nicht ab, auch wenn die Stadt Ideen hat. Zuletzt brachte Sportbürgermeister Klemens Gsell eine mobile Halle ins Spiel. Ein Problem bleibt jedoch das Grundstück - allzu viele Flächen kommen im Stadtgebiet nicht in Frage. Vor allem wegen der Größe, aber auch wegen der Anbindung - der Standort muss gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein. 

So sieht sie aus, die Halle, die derzeit auf "Ebay Kleinanzeigen" angeboten wird. © Screenshot


Verantwortliche suchen "tragfähige Lösung" 

Die Stadt könnte im Internet fündig werden, dort findet sich aktuell ein durchaus skurriles Angebot. Erst kürzlich stiegen die Gotha Rockets aus dem Profi-Spielbetrieb aus, dort setzte man bereits länger auf eine ähnliche mobile Halle, wie sie nun die Nürnberger Stadtspitze im Visier hat. Jetzt steht die "Blaue Hölle", wie Fans sie liebevoll nannten, auf "Ebay Kleinanzeigen" zum Verkauf. Rund 185.000 Euro will der Anbieter für die Zelthalle noch haben - Verhandlungsbasis wohlgemerkt. Der Neupreis lag bei etwa 310.000 Euro. 

Das Angebot hätte einen entscheidenden Vorteil: Die Stadt kann davon ausgehen, dass das Zelt für den Zweitliga-Spielbetrieb zugelassen ist. In der "Spiel- und Veranstaltungsordnung" der zweiten Basketball-Bundsliga finden sich nämlich jede Menge Hürden. Die Mindestkapazität für einen Spielort in der ProA liegt etwa bei 1500 Zuschauern, Tribünen müssen an drei Spielfeldseiten verfügbar sein. Die Stadt liebäugelt mit einer Halle, das erklärte Gsell, die etwa 1200 Menschen Platz bietet - grundsätzlich also zu wenig, außer die Falcons bekämen eine Ausnahmegenehmigung der Liga-Verantwortlichen. 

Für Nürnbergs Basketballer heißt es jetzt: warten. "Sobald es dazu etwas Neues gibt, geben wir das bekannt", sagt Falcons-Geschäftsführer Junge. Man hoffe auf eine "tragfähige Lösung", eine, die den Spielbetrieb für die anstehende Saison sichert. "Bis es soweit ist, liegt noch viel Arbeit vor uns." Das nächste Krisengespräch im BBZ ist für kommenden Donnerstag angesetzt.  

Tobi Lang Online-Redakteur E-Mail

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