Dienstag, 23.10.2018

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"Herz statt Hass": 1500 Nürnberger protestieren gegen AfD

Parteivorsitzender Jörg Meuthen sprach - Polizei ermittelt wegen Hitlergruß - 29.09.2018 19:03 Uhr

Viele junge Menschen demonstrieren am Samstag gegen die AfD. © Anja Hinterberger


Auf dem Parkplatz hinter der Meistersingerhalle finden sich laut Polizei in der Spitze bis zu 2000 Menschen ein. Leute, überwiegend aus dem bürgerlichen Lager, die gegen den Parteitag der AfD im großen Saal demonstrieren. In der Meistersingerhalle haben die Rechtspopulisten 250 bis 300 Menschen für ihren Parteitag zu sammengetrommelt.

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Die Gegendemonstranten treffen sich zunächst am "NSU-Tatort" in der Gyulaer Straße nahe Maffeiplatz, wo die Rechtsextremisten des NSU im Jahr 2001 Abdurrahim Özüdoðru er mordeten. Gegen 11.45 Uhr machen sich rund 1200 Teilnehmer auf den Weg über den Maffeiplatz, durch die Gudrun- und Wodanstraße bis zur Meistersingerhalle. Die Polizei nimmt währenddessen abseits des Aufzuges einen Mann fest, der beim Verlassen eines Lokals den verbotenen Hitlergruß gezeigt hatte. Gegen ihn wird jetzt ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

"Gib Braun keine Chance" 

Die Stimmung unter den Demonstranten ist friedlich, viele Familien mit Kindern haben sich dem Aufruf des Nürnberger Bündnisses Nazistopp angeschlossen. Auf einer Lkw-Bühne hinter der Meistersingerhalle spricht auch der Kabarettist Matthias Egersdörfer zu den Teilnehmern: „Ganz glücklich ist die CSU gewesen wie sie die CDU vor sich hergetrieben hat und übersah dabei offensichtlich, dass sie selbst von der Partei, deren Namen ich nicht aussprechen möchte (AfD; Anmerkung der Redaktion), getrieben wurde.“

Abseits der Kundgebung verteilt Ümit Sormaz, Landtagskandidat für die FDP im Nürnberger Westen, am Eingang der Meistersingerhalle Kondome an AfD-Anhänger. Rund 100 Stück bringt er dort unter das Volk. Auf den Verpackungen steht: "Gib Braun keine Chance."

"Die AfD ist nicht blau" 

Auf der Kundgebungs-Bühne, die am Rande des Luitpoldhains steht, ergreift auch Stephan Doll, Vorsitzender der Allianz gegen Rechtsextremismus und Bezirksvorsitzender des DGB Mittelfranken, das Wort. Er wolle mit zwei Mythen aufräumen: "Die AfD ist nicht blau, auch wenn es die Wahlplakate glauben machen wollen, sondern in großen Teilen braun. Die AfD ist rechtsextremistisch. Sie ist auch keine Alternative für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer: 99 Seiten Wahlprogramm und 45 Zeilen — ich wiederhole: Zeilen — davon für sogenannte Sozialpolitik machen dies mehr als deutlich."

Doll hat um 16.15 Uhr dann noch einen Auftritt, vor einem noch größeren Publikum. In der Halbzeitpause im Spiel zwischen dem 1. FCN und Fortuna Düsseldorf bekam er im Max-Morlock-Stadion Gelegenheit, zu den Fußballfans zu sprechen. "Der Club ist ja auch Mitglied in der Allianz gegen Rechtsextremismus." 

Alexander Brock

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