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Hygiene auf Prüfstand: Sulzbach-Rosenberg an der Spitze

NZ-Klinikcheck - Hände desinfizieren vor jedem Krankenbesuch - 17.06.2017 06:00 Uhr

Die Hygienebeauftragten Andrea Pfab, Petra Frohnhöfer und Oberarzt Thomas Rauner zeigen wie es geht: Desinfektionsmittel in den trockenen Händen mindestens 30 Sekunden lang bis zu den Handgelenken gründlich verteilen. © Christian Merkel


In Folge Fünf steht die Krankenhaushygiene im Mittelpunkt. Unter den 43 verglichenen Krankenhäusern belegt das St. Anna Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg den ersten Platz, gefolgt vom Krankenhaus Martha-Maria in Nürnberg und dem Universitätsklinikum Erlangen. In der Spitzengruppe sind außerdem das Klinikum Neumarkt, Krankenhaus Rummelsberg und die Kliniken des Landkreises Neustadt/Aisch-Bad Windsheim.

Neun Mal an Tag desinfiziert sich eine Krankenpflegerin im Schnitt die Hände – pro Patient. Für alle Mitarbeiter gelten strenge Hygienevorschriften, um sich selbst und ihren Patienten nicht zu schaden. Allerdings desinfiziert sich nur jeder zweite bis dritte Besucher die Hände, wenn er die Klinik betritt und verlässt. Der elektronische Spender zählt mit, wie oft er gedrückt wird. Zu selten! Dabei werden die meisten Erreger von zu Hause eingeschleppt. Sogar bis zu 90 Prozent der sogenannten multiresistenten Keime, gegen die die meisten Antibiotika wirkungslos sind, bringen Besucher ins Krankenhaus mit.

Klinikckeck beruht auf medizinischen Kriterien

Das lässt sich vermeiden. In der Printausgabe der Nürnberger Zeitung gibt Hygienebeauftragte Andrea Pfab vom St. Anna Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg Tipps, wie sich Patienten und Angehörige vor zusätzlichen Keimen beim Klinikaufenthalt schützen kann.

Die Grafik in voller Größe finden Sie hier. © NZ-Infografik


Sich vor dem Betreten des Krankenhauses die Hände zu desinfizieren, ist das Mindeste. "Ziel unseres Projekts ist es, die Versorgungsqualität in der Region insgesamt anzuheben", erklärt Prof. Martin Emmert, der verantwortliche Wissenschaftler am Nürnberger Lehrstuhl für Versorgungsmanagement. Der Klinikckeck beruht auf medizinischen Kriterien und Patientenumfragen zur Zufriedenheit. In den USA hätten ähnliche Ranglisten Kliniken zu Verbesserungen anregen können. Auch könnten niedergelassene Ärzte damit ihre Patienten gezielter beraten.

Im NZ-Klinikcheck schneiden die Kandidaten bei den betrachteten Behandlungsarten ganz unterschiedlich ab. Große, kleine oder spezialisierte Häuser können im Wechsel punkten. Für Emmert ist das ein wichtiges Ergebnis: "Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, dass man sich nicht nur generell über ein Krankenhaus informieren sollte, sondern dass es deutliche Unterschiede je nach Fachgebiet geben kann." Von Häusern in der weniger guten Kategorie 3 ist keineswegs allgemein abzuraten. Für ihre schlechteren Ergebnisse im regionalen Vergleich sind teilweise geringe Unterschiede ausschlaggebend.

Obwohl das Ranking zur Krankenhauswahl beitragen könne, dürfe es nicht die einzige Informationsquelle sein, rät Martin Emmert. "Es ist natürlich weiterhin wichtig, dass Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen und gemeinsam entscheiden."

Details, Tabellen und Hintergründe zum Forschungsprojekt Klinikcheck hier: http://www.vm.rw.uni-erlangen.de/qualitaetsberichterstattung/ 

Christina Merkel

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