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Ikea kommt nach Nürnberg - aber anders als geplant

Möbelhaus setzt künftig auf Innenstadtfilialen - aber eben nicht nur - 21.07.2018 13:58 Uhr

So oder so ähnlich könnte die neue Ikea-Filiale in Nürnberg aussehen. © Simulation


Gegenüber der Nürnberger Zeitung erklärte Chantal Gilsdorf, Pressereferentin von Ikea: "Wir bauen in jedem Fall ein Möbelhaus, aber anders als ursprünglich geplant." Zuvor war es zu Irritationen gekommen, weil die Tageszeitung Die Welt ein Interview mit dem neuen Ikea-Deutschlandchef Dennis Baslev zu sehr komprimiert hatte.

Die Ankündigung, dass Ikea komplett umgekrempelt werde, wurde damit verbunden, dass in Karlsruhe das letzte Ikea Möbelhaus gebaut wird. Daraus wurde gefolgert, dass Ikea in Zukunft nur noch auf E-Commerce, Verteilzentren und Innenstadtfilialen setzt. Damit wäre der Standort Nürnberg gestorben, wenn Baslev richtig wiedergegeben wurde. Das war aber nicht der Fall. "Diese Formulierungen sind irreführend. Es gibt keine Absage an den Standort Nürnberg", so Gilsdorf. Die Pressesprecherin zeigte sich irritiert darüber, dass dieser Eindruck entstehen konnte. Karlsruhe sei nur das letzte Ikea-Möbelhaus in der gewohnten Form. Das Projekt in Nürnberg wurde zusammen mit dem in Memmingen angeschoben und wird auch weiterverfolgt. Derzeit wird bei Ikea mit Nachdruck daran gearbeitet.

Region Nürnberg schon länger attraktiv

In Nürnberg soll ein kleineres Möbelhaus mit einem Möbel-Verteilzentrum entstehen, so Gilsdorf. In die Innenstadt werde Ikea nicht ziehen. Nachdem im April bekanntwurde, dass Ikea sein ursprünglich geplantes, traditionelles Möbelkaufhaus nicht mehr bauen will, sondern einen Neustart wagt, machte die Stadt deutlich, dass an dem Standort Regensburger Straße kein reines Logistikzentrum gebaut werden darf. Auf dem 73.000 Quadratmeter großen Grundstück, das Ikea gehört, sollte ursprünglich ein Möbelkaufhaus mit 25.500 Quadratmetern an Verkaufsfläche gebaut werden.

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"Es ist auch in unserem Interesse, dass ein kleineres Möbelhaus attraktiv ist, damit die Kunden kommen", meint Gilsdorf. In der Region Nürnberg habe Ikea aber schon länger ein Interesse daran, ein Verteilzentrum zu bauen, um die Lieferzeiten zu verkürzen. Ein reines Logistikzentrum strebe Ikea aber nicht an. Wann die Entscheidung über das Konzept für Nürnberg fällt, konnte Gilsdorf gestern noch nicht sagen. "Es gibt aktuell noch kein neues Zeitfenster." Im Frühjahr hieß es noch, dass im September die neuen Pläne der Stadt vorgelegt werden.

Neben Nürnberg wurden im April alle Neubaupläne gestoppt. "Bei den Projekten gibt es dann solche, die beendet wurden, zum Beispiel Bottropp und Castrop-Rauxel, und solche, die umgeplant werden, wie Nürnberg und Memmingen", so Wirtschaftsreferent Michael Fraas. Baureferent Daniel Ulrich ist überzeugt, dass ein reines Logistikzentrum nicht gebaut wird: "Das lässt der Bebauungsplan nicht zu. Auch ist der Standort zu gut." Sicher ist aber, dass 2020 kein Ikea-Möbelhaus eröffnet wird. Das war noch 2016 geplant. 

André Fischer

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