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Kommentar: Dann doch gleich Sozialtickets für alle, oder?

Warum eine weitere Vergünstigung keinen Sinn macht - 29.11.2012 18:44 Uhr

Wie der übersichtlichen Preisauskunfts-Tabelle im Internet zu entnehmen ist, kostet ein Ticket für Nürnberg-Fürth-Stein derzeit über 50 Euro. Alle Nürnberger, die Sozialleistungen beziehen, haben die Möglichkeit, einen sogenannten Nürnberg-Pass zu beantragen, über den sie unter anderem eine Ermäßigung auf Fahrtickets bekommen. Die Monatsmarke für den oben genannten Raum liegt dann bei nur noch 30, 80 Euro. Und genau diese Summe steht im Zentrum der momentanen Debatte.

Viel zu teuer sei der derzeitige Fahrausweis für Bedürftige und ein noch günstigeres Sozialticket müsse her. Das jedenfalls fordert unter anderem das Bündnis Sozialticket. Doch was ist mit all jenen, die jeden Tag hart schuften für ihre Brötchen und trotzdem am Existenzminimum kratzen? Selbst Studententickets sind lange nicht so günstig, wie die Monatskarte für Nürnberg-Pass-Inhaber.

Wie wäre es deshalb, ganz im Sinne der Fairness, mit günstigeren Preisen nicht nur für Sozialhilfeempfänger, sondern auch für Großfamilien und Alleinerziehende? Wunderbar! Nur: wer soll das bezahlen? Denn eins ist klar: die Einführung eines Sozialtickets würde enorme Kosten verursachen.

Eine Mobilitätsstudie der Firma socialdata macht deutlich: Selbst wenn die Kosten für billigere Tickets durch mehr Fahrgäste aufgefangen würden - die VAG könnte ihre Verluste trotzdem nicht ausgleichen. Und an wem würden die Kosten dann hängen bleiben? Richtig, am Steuerzahler!

Das Bündnis Sozialticket fordert einen Preis von gerade einmal 15 Euro, also genau die Hälfte der momentanen 30,80 Euro für das Monatsticket.  23 Euro sind im ALG-II-Satz für den Posten "Verkehr" vorgesehen. Das Ticket für Nürnberg-Pass-Inhaber liegt also ohnehin nur 7,80 Euro darüber. Im bundesweiten Vergleich liegt Nürnberg damit immer noch im Durchschnitt. Zur Erinnerung: Ein „normales“ Ticket kostet über 50 Euro. Da sind die knapp 8 Euro doch wohl zu verkraften!

 

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ckn

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