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Künstlerinitiative "Quellkollektiv" will die Quelle retten

Freischaffenden droht die Zwangsräumung nach Versteigerung am 9. Juni - 22.05.2015 15:43 Uhr

Am 9. Juni kommt das Quelle-Areal unter den Hammer. Den dort ansässigen Künstlern wird dann vermutlich gekündigt - das wollen sie sich nicht bieten lassen. © oh


"Wir sind die Zukunft", sagt Peter Kunz selbstbewusst. Der Fotograf ist der erste Vorsitzende von "Quellkollektiv". In dem Verein organisieren sich über 70 Künstler, die in dem großen Areal an der Fürther Straße ein neuen Raum zur Entfaltung gefunden haben.

Doch ihre Existenz ist bedroht: Am 9. Juni wird die Quelle zwangsversteigert. Alles deutet darauf hin, dass der portugiesische Investor Sonae Sierra das 250.000 Quadratmeter Riesenareal kauft – angeblich zu einem Preis von 16,5 Millionen Euro, wie Kunz erfahren haben will. Nach spätestens drei Monaten könnten die Künstler dann ihre Ateliers räumen müssen.

Dagegen wollen sie sich jetzt wehren. Denn die Ideen der Portugiesen – Luxuswohnungen, Büros und ein Einkaufszentrum – gefallen den Zwischenmietern gar nicht. "Das ist ein Konzept aus den 60ern, das braucht die Stadt nicht", sagt Kunz.

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Derzeit arbeiten um die 250 Mieter in dem riesigen Quelle-Gebäude. Ein Rundgang.


Sie fordern von der Stadt, sich an der Neuausrichtung der Quelle zu beteiligen. "Es ist wichtig, dass die Stadt mit im Boot sitzt", sagt Kunz. Denn nur so könnten die Bürger mitbestimmen, was mit der Großhandelsbrache passiert. Doch bisher sei die Stadt völlig passiv, sagt Kunzs Kollege Florian Böck. Es gebe weder einen Ansprechpartner, noch den politischen Willen, das Gelände zu gestalten. Insgesamt laufen die Verhandlungen in Kunzs Augen viel zu intransparent ab, Quellkollektiv sei nicht eingebunden worden.

Ideen dafür haben die Kreativen viele: Solarkollektoren auf dem Dach, Urban Gardening, Start-Ups, Tonstudios. Sie träumen von vielen kleinen Firmen, Künstlergruppen oder Forschungseinrichtungen, die das Areal zu neuem Leben erwecken.

Nur eines wollen Kunz und seine Mitstreitern verhindern: Dass ein großer Investor sich das Gebäude krallt und bestimmt, was dort passiert. Und alle Künstler rauswirft.

Weitere Informationen zur Initiative finden Sie auf ihrer Homepage. Zur Petition geht es hier.

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Kunst für den Einkaufswagen: Für drei Tage zieht der Kunstsupermarkt "supermART" wieder auf dem ehemaligen Quelle-Areal ein. 85 Künstler präsentieren auf 5000 Quadratmetern ihre Werke, die maximal 250 Euro kosten und von den Käufern sofort mit nach Hause genommen werden können.


 

Jean-Pierre Ziegler

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