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Mängel am Morlock-Stadion: CSU stellt alles auf den Prüfstand

Stadtrat und Olympiasieger Max Müller fordert ein Gesamtkonzept - 06.10.2017 15:42 Uhr

Im Max-Morlock-Stadion schlägt das Herz des 1. FC Nürnberg. © Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa


Einst wurde es als "das schönste Stadion der Welt" ausgezeichnet. Im Jahr 1928 war das, als die Olympischen Spielen in Amsterdam stattfanden. Bei einem Architekturwettbewerb in den Niederlanden erhielt das Nürnberger Achteck die Goldmedaille. Doch seitdem ist viel passiert, sehr viel. In seiner Substanz ist das Stadion, das seit dieser Saison den Namen des Vereinspatron Max Morlock trägt, neun Jahrzehnte alt.

Max Müller, ehemaliger Olympiasieger im Hockey, sitzt für die CSU im Stadtrat. © Harald Sippel


Das macht Probleme, vor allem beim Unterhalt. Der soll bis ins Jahr 2037 insgesamt 36 Millionen Euro verschlingen, rechnete die Stadt erst kürzlich vor. Auf der Liste stehen keine Schönheitsreparaturen, keine Verbesserungen im Nürnberger Achteck. Vielmehr sollen Bauteile ausgetauscht werden, die Sitzschalen müssen raus, die Trapezdächer erneut werden. Die Liste ist lang, doch all das sei nur ein 'Worst-Case-Fall', stellte der Zweite Bürgermeister Christian Vogel erst kürzlich in den Nürnberger Nachrichten klar. Man habe dem Stadtrat nur einen langfristen Überblick über die anstehenden Reparaturen geben wollen - und auf eine Scheibchentaktik verzichtet.

"Die Anforderungen von Ligen und Verbänden steigen"

Die Nürnberger Stadtratsfraktion der CSU ist dennoch unzufrieden. In einer Pressemitteilung wiederholen die Christsozialen ihre Forderung nach einem Gesamtkonzept für das Stadion. "1,8 Millionen Euro Baukosten pro Jahr sind eine Menge Geld – dafür, dass keine Weiterentwicklung stattfindet, sondern nur der aktuelle Stand erhalten wird", sagt Max Müller, Sportsprecher der CSU-Stadtratsfraktion.

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Als das Nürnberger Stadion einmal Victory-Stadium hieß

Das "Max-Morlock-Stadion", der oft geäußerte Wunsch vieler Club-Fans, ist Realität geworden. Die Arena des Altmeisters ist nun nach der Vereinsikone, die Deutschland 1954 in Bern zum Weltmeister machte und für den FCN über 22 Jahre lang Treffer an Treffer reihte, benannt. Doch wie hieß die Spielstätte der Rot-Schwarzen eigentlich früher? Auf jeden Fall vielversprechend: Ausgerechnet Victory-Stadium tauften sie die Amis nach dem Zweiten Weltkrieg.


Die Mängelliste müsste ein "Weckruf" für den Zweiten Bürgermeister sein. "Die Anforderungen in den Ligen und Verbänden steigen, nur den Status quo zu halten, wird auf Dauer nicht reichen." Doch genau hier widerspricht Vogel: "Das Stadion ist voll bundesligatauglich, da brauchen wir keine zusätzlichen Investitionen." Der Spielbetrieb des 1. FC Nürnberg habe rein gar nichts mit den geplanten Reparaturen zu tun.

"Stadt wird kein neues Stadion bauen"

Dennoch vermisst die CSU einen konkreten Fahrplan der Stadt. "Wir brauchen 2018 konkrete Lösungsvorschläge, noch bevor die ersten 1,8 Millionen Euro verbaut werden", sagt der stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Kilian Sender. "Das schlimmste wäre, wenn man zwei bis drei Jahre und 5 Millionen Euro später feststellt, dass man jetzt doch größere Veränderungen am Stadion angehen muss und die frisch verbauten Millionen wieder eingerissen werden."

Immer wieder kokettiert besonders der 1. FC Nürnberg mit einem Stadionneubau, besonders die Laufbahn um das Spielfeld sei für die Atmosphäre schlecht. Dass die Stadt mit ihrer Bewerbung für die Fußball-Europameisterschaft 2024 scheiterte, darf deshalb durchaus als Weckruf aufgefasst werden.

Auch der DFB, der die Auswahl übernahm, kritisierte die große Distanz zwischen Spielfeld und Zuschauerbereich. Auch bei den VIP-Logen müsse Nürnberg dringend aufstocken. Zum Vergleich: Frankfurt verfügt über ähnlich viele Plätze (48.387 im Vergleich zu 42.725 in Nürnberg), bietet aber insgesamt 75 Logen - beim Club sind es gerade einmal 19.

Für Nürnbergs Zweiten Bürgermeister Christian Vogel zumindest ist dennoch klar: "Die Stadt wird kein neues Stadion bauen."

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tl

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