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Zahlen lügen nicht, sie erzählen aber nur die halbe Wahrheit. So standen für Dorian McDaniel bei seinem Debüt für den NBC, am 15. Dezember, nach 17 Minuten null Punkte, zwei Rebounds, ein Assist und ein Ballverlust zu Buche. Das ergibt, laut offizieller Formel, einen mageren Effizienzwert von -3. Keine Beachtung findet darin, wie oft er seinen Mitspielern den Weg zum Korb freiblockte oder auf dem Boden liegend mit Gegenspielern um den Ball rang. Das sind jedoch genau die Kategorien, in denen das 1,98 Meter große Kraftpaket punkten kann und will. Er selbst bezeichnete seine Leistung als „ausbaufähig“ und traf es damit besser als seine ersten beiden Freiwürfe im NBC-Dress.
2010/2011 begann der passionierte Gewichtheber aus Harlem, New York, seiner Profi-Karriere in der 1. Basketball Bundesliga bei den Düsseldorf Giants, verfolgte deren Abstieg aber zumeist von der Bank aus. Im Jahr darauf ging er dann in der Pro A für die Cuxhaven Baskets auf Korbjagd und spielte eine gute Saison mit durchschnittlich 11,9 Punkten und 4,4 Rebounds, bei 30 Minuten Einsatzzeit pro Spiel. Das weckte Begehrlichkeiten und er wechselte 2012 nach Paderborn. Verletzungen verhinderten jedoch, dass er sich in der nordrheinwestfälischen Universitätsstadt durchsetzen konnte, die Zeichen standen auf Trennung.
Anfang Dezember verkündete McDaniel auf seiner Twitter-Seite — er nennt sich dort Deemack44 und hat 430 Follower —, dass er seinen Vertrag trotzdem verlängert habe. Dieser war jedoch bis Ende 2012 befristet. Lukrative Angebote aus höheren Ligen waren nicht in Sicht und da traf es sich gut, dass zur gleichen Zeit 400 Kilometer weiter südlich, Ryan DeMichael seine Basketballschuhe an den Nagel hängte und der Nürnberger Basketball Club ohne etatmäßigen Power Forward da stand. So kam eins zum anderen und McDaniel in die Frankenmetropole, zwei Tage vor seiner „ausbaufähigen“ Premiere am Berliner Platz.
Zum Mannschaftstraining kommt McDaniel derzeit noch gemeinsam mit Coach Martin Ides. Der weiß, wie schwer es ist, in Deutschland große Spieler zu finden und ist darum sehr froh über seinen neuen Power Forward. „Dorian ist athletisch, vielseitig und passt sehr gut zu uns“, lobt er ihn nach dem Training. Ides lässt McDaniel im 2-gegen-2 jeden seiner Teamkollegen verteidigen. Hier blüht er auf: Er hat die nötigen Oberarme — die er gerne zur Schau stellt — um den deutlich größeren Ronald Thompson vom Korb fernzuhalten und auch die Schnelligkeit, Spielmacher Will Chavis zu folgen und dessen Korbleger zu vereiteln. „Mir liegt die Verteidigung. Ich bin einer, der unter den Körben aufräumt und gerne die Drecksarbeit erledigt“, erklärt er. Ein Müllmann also, der dem Nürnberger Spiel guttun wird und dem es nicht am nötigen Selbstvertrauen mangelt: „Ich will beweisen, was ich kann und auch in der Offensive für Highlights sorgen“, verspricht er.
Ob der US-Amerikaner mit Sixpack und deutschem Pass dieses Versprechen halten kann und wie gut er wirklich zum NBC passt, werden die ersten Spiele der Rückrunde zeigen. Auf jeden Fall ist dieser Deemack44 ein Typ der dahin geht, wo es weh tut, und damit bedient er beim NBC eine echte Marktlücke. In seinem zweiten Spiel, ausgerechnet gegen seinen Ex-Club Paderborn, ließ ihn Trainer Marin Ides elf Minuten auf dem Parkett. McDaniel erzielte vier Punkte, holte vier Rebounds und leistete sich einen Ballverlust. Das macht nach Adam Riese einen Effizienzwert von? Egal, Zahlen erzählen eh nur die halbe Wahrheit und die liegt ja bekanntlich auf dem Platz.
Fr. 17.05.13
Di. 14.05.13
Fr. 10.05.13
Mi. 17.04.13
So. 14.04.13