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Miteinander trauern

Neues Online-Portal bietet virtuelle Grabstellen an

Virtuell gemeinsam trauern: Das ist künftig auf einem Portal von NZ und NN möglich.

Virtuell gemeinsam trauern: Das ist künftig auf einem Portal von NZ und NN möglich. © nordbayern


„Für Angehörige wird es immer schwieriger, die Grabstelle eines Verstorbenen zu besuchen oder mit anderen Familienangehörigen nach einem Trauerfall im Austausch zu bleiben“, so Torsten Wiethe, der beim Verlag für das Projekt zuständig ist. Die steigende Mobilität bringe es mit sich, dass die Angehörigen sich nach der Trauerfeier in alle Himmelsrichtungen zerstreuen.

Auf dem neuen Trauerportal von NZ und NN sowie den Lokalzeitungen in Forchheim, Schwabach, Erlangen, Herzogenaurach, Pegnitz, Fürth, Neumarkt, Gunzenhausen und Roth können Angehörige nun für ihre Verstorbenen eine persönliche Gedenkseite im Internet anlegen, auf der Freunde und Bekannte online kondolieren und Erinnerungen austauschen können. Auch Fotos des oder der Verstorbenen können auf diese Seite hochgeladen werden.

Virtuelle Grabstätten

„Der Vorteil einer solchen virtuellen Grabstätte“, erklärt der Psychologe Lars Segelke, ist, dass sie „von überall und jederzeit besucht werden“ kann. Segelke beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit neuen Formen der Trauer im Internet und hat das Portal von Beginn an mit entwickelt. „Für viele Trauernde ist es sehr tröstlich, einen solchen Ort des Gedenkens zu haben, um ihre Trauer auszudrücken. Gerade, wenn die Friedhofsgrabstelle weit entfernt liegt und Angehörige in weiterer Entfernung leben.“

Familienangehörige können über eine solche Seite untereinander Anekdoten, Fotos und Videos austauschen und ihre Erinnerungen für künftige Generationen archivieren. Das Anzünden einer virtuellen Gedenkkerze für den Verstorbenen bietet dem Trauernden zusätzlich die Möglichkeit, auch ohne Worte mitzuteilen, dass er an diesen Menschen denkt. „Um die eigene Trauer verarbeiten zu können, ist es für viele Menschen sehr heilsam, sich auszudrücken, sich mit anderen auszutauschen und Erinnerungen an einen geliebten Menschen zu teilen“, so Segelke.

Mit jedem in NZ und NN sowie deren Lokalausgaben veröffentlichten Trauerfall wird künftig automatisch eine „kleine“ Gedenkseite im Internet angelegt, die alle Traueranzeigen, Danksagungsanzeigen und Nachrufe zum Verstorbenen zusammenführt und mit einem Kondolenzbuch die Möglichkeit bietet, online sein Beileid auszudrücken. Bereits zum Start des neuen Portals sind die Traueranzeigen eines ganzen Jahres aus Nordbayern auf dem Portal archiviert. Internetnutzer können somit auch nach Verstorbenen recherchieren, einzelne Traueranzeigen speichern oder ausdrucken.

Ute Rupprecht, verantwortlich für die Vermarktung der Onlineaktivtäten, ist zuversichtlich: „Wir hoffen, mit dem neuen Portal einen zeitgemäßen Ort der lebendigen Trauer zu schaffen“. Dazu gehört für sie beispielsweise auch ein kostenfreies Nutzerforum, in dem Trauernde sich austauschen können. Ausführliche Ratgeberinformationen und Internetlinks ergänzen das Online-Angebot und bieten Menschen im Trauerfall schnellen Rat und Hilfe.

„Eine Internetseite kann den persönlichen Austausch natürlich nicht ersetzen“, weiß Rupprecht, „aber eine sinnvolle Ergänzung können wir jenen Trauernden bieten, die im Internet nach Informationen, Rat und neuen Gedenkformen suchen“.

Wer zusätzlich zu einer Traueranzeige eine Gedenkseite auf dem Portal anlegen will, oder aber die Gedenkseite mit Hintergrundmusik und eigenem Design erweitern will, kann dies bereits für einen Betrag von 2,50 Euro pro Monat tun. Die erweiterte Gedenkseite bietet zudem einen größeren Speicherplatz für mehr Fotos sowie die Möglichkeit, die Seite über einen Passwortschutz nur eingeladenen Besuchern zugänglich zu machen.

www.miteinandertrauern.de 

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