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Monty sagt zum Abschied leise Servus

Kolumne endet - 24.09.2012 10:00 Uhr

Es gibt also nur zwei Möglichkeiten. Entweder wir machen es uns noch einmal miteinander gemütlich, reden über alles und umarmen uns zum Abschied herzlich. Und dann geht jeder schnell in die andere Richtung davon. Oder wir machen es kurz und schmerzlos: „Lieber Leser, es war schön mit Dir. Mach’s gut, vielleicht sieht man sich mal wieder.“

Sie sind noch da? Macht nichts, mir ist eben eine dritte Möglichkeit eingefallen: Streit. Wenn wir uns wegen irgendeiner Banalität noch schnell in die Wolle kriegen, tut der Abschied nicht so weh. Den Trick habe ich mir von Frauchen abgeguckt. Hat bei ihr prima funktioniert. Ihren Ex-Freunden fiel es nach einer kurzen Zicken-Einlage total leicht, ins Auto/den Zug/etc. zu steigen. Und Frauchen hätte ja so oder so geheult.

Aber eigentlich will ich mich gar nicht verabschieden. Ich mag keine Abschiede. Und dann noch so unpersönlich, auf Papier. Habe ich Ihnen denn überhaupt etwas bedeutet? Darüber haben wir noch gar nicht gesprochen! Außerdem fand ich die Redakteure in der Nürnbergplus-Redaktion so unglaublich nett. Frauchen und ich hatten es dort gleichermaßen gut: Wir bekamen beide regelmäßig Leckerchen zugesteckt, freuten uns über seichte Witze und tiefe Gespräche und fühlten uns willkommen. Das war sehr schön. Vielen Dank dafür!

Es heißt ja, ihr Menschen könntet euch Erinnerungen in euren Herzen bewahren. Wie schafft ihr das nur? Eure Organe müssen größer sein als meine. Denn mein Herzchen ist randvoll. Das, was nicht mehr rein passt, blubbert aus den Augen wieder heraus. Ich bin eben doch ein Mädchen. Und die weinen beim Abschied. 

Katja Kölbl

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