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Die Korbjäger des NBC begannen gut, suchten den Mitspieler, nahmen offene Würfe und trafen diese auch. Dem gegenüber standen aber sechs Ballverluste, oft im direkten Anschluss an eigene Ballgewinne und so lagen die Gäste aus Chemnitz nach zwölf Minuten mit acht Punkten in Führung. Alles kein Grund zur Panik, weder bei den Fans, noch bei Trainer Martin Ides. Im zweiten Viertel pfiffen sich die Offiziellen mehr und mehr in den Vordergrund, mit teilweise sehr fragwürdigen Regelauslegungen, meist zu Ungunsten des NBC. Gleichzeitig nahm bei Nürnbergs Basketballern die Anzahl der richtigen Entscheidungen weiter ab. Wilde Dreier, schlechte Pässe und Aussetzer in der Verteidigung drückten gewaltig auf den Punktestand und die Stimmung in der Halle. Chemnitz schlug abermals Kapital daraus, stellte zwar das Passen ein, erhöhte aber durch zahlreiche Einzelaktionen auf 32:46.
Wer nach der Halbzeit auf eine Aufholjagd gehofft hatte, tat dies vorerst vergebens. Nürnberg war mental und körperlich nicht auf der Höhe, Chemnitz bekam oft drei Chancen einen Angriff erfolgreich abzuschließen und als Zamal Nixon sein fünftes Foul kassierte, betrug der Rückstand bereits 20 Punkte. Feierabend für Nixon, Feierabend für den NBC? Nicht ganz, denn einer hatte etwas dagegen: Luke Fabrizius. Mit fünf verwandelten Freiwürfen in Folge und einem erfolgreichen Dreier brachte er das Team von Martin Ides auf 52:65 heran. Will Chavis legte einen Dreier nach, die Halle tobte und Nürnberg war wieder im Geschäft. Auch dank der Schiedsrichter, die sich dafür entschieden, das Spiel einfach mal laufen zu lassen. Eine Entscheidung, die dem Spiel im Allgemeinen und dem NBC im Speziellen guttat, von der Stimmung am Berliner Platz ganz zu schweigen. Da ging noch was!
Auch weil die ersten fünf Punkte des Schlussviertels allesamt auf das Konto des NBC gingen. Und so war der Rückstand bei sieben Minuten Spielzeit nur noch einstellig. Doch abermals falsche Entscheidungen in der Offensive, leichtfertige Ballverluste und die offenen, treffsicheren Distanzschützen der Chemnitzer sorgten dafür, dass nach und nach die Trommeln und Anfeuerungen der NBC-Fans verstummten und sich die Mienen der Offiziellen verfinsterten. 74:87 zeigte die Anzeigetafel nach 40 Minuten an und die siebte Niederlage der Nürnberger in Folge war perfekt. Chemnitz hingegen feierte mit den mitgereisten Anhängern seinen zweiten Auswärtserfolg der Saison.
Trainer Ides hatte nach dem Spiel folglich auch „relativ wenig zu sagen“, erinnerte bei der Ursachenforschung lediglich wehmütig an die Abgänge von Tyrone Brazelton und Ryan DeMichael. Mit Brazelton fehlt merklich ein Mann, der den Ball fordert und der Spiele durch seine individuelle Klasse entscheiden kann. Und DeMichael? Niemandem fehlen die strafenden Blicke des oft mit sich selbst Hadernden in Richtung seiner Teamkameraden nach einem vermeintlich schlechten Pass.
Aber laut Vereinsmagazin fehlt er zumindest dem Hallensprecher. Auch ist zu sagen, dass schon vor DeMichaels Karriereende die Formkurve des NBC deutlich nach unten zeigte. Sein Ersatz, Dorian McDaniel aus Paderborn, ist sicher auch in der Lage, für sechs Punkte und acht Rebounds pro Spiel zu sorgen und dazu noch athletischer und ein besserer Distanzschütze. Trotzdem will sein neuer Trainer weitere Verstärkungen im Winter nicht ausschließen.
Am kommenden Samstag gastiert der NBC zum Jahresabschluss bei McDaniels altem Arbeitgeber, den Finke Baskets Paderborn. „Ich will dort zeigen, dass ich unserem Team helfen kann. Mein Einstand gegen Chemnitz war nicht optimal, darum bin ich umso motivierter“, meint McDaniel zuversichtlich. Diese Zuversicht ließ Trainer Ides nach dem Spiel vermissen. Er wirkte niedergeschlagen und urlaubsreif, durchlebt er doch momentan mit seinem Team seine erste sportliche Krise.
In der Halbzeitpause konnten Zuschauer bei einem Freiwurfwettbewerb ein Trikot des NBC gewinnen. Dies gelang einem kleinen Fan, der sich besser anstellte, als ein Großteil der Profis an diesem Abend. Lediglich Luke Fabrizius war während des Spiels fehlerfrei von der Freiwurflinie, aber der hat ja schon ein Trikot.
Apropos Trikot: Einige Spieler in der 2. Basketball Bundesliga Pro A tragen auf ihrem Trikot eine deutsche Flagge. Das hat weniger mit Patriotismus zu tun, denn die Spielordnung schreibt vor, dass jedes Team zu jeder Zeit mindestens zwei deutsche Spieler auf dem Feld haben muss. Das macht also zwei von fünf, und hochgerechnet auf den gesamten Kader, am Beispiel des NBC: Sechs von elf. Prinzipiell keine schlechte Quote, leider kommen aber derzeit mit Nico Dilukila und Sebastian Wyczisk zwei deutsche Talente gar nicht zum Zuge.
Für die Verantwortlichen aller Vereine der Pro A eine Gratwanderung und eine Frage was man will: Kurzfristigen Erfolg mit ausländischen Spielern, die sich in höheren Ligen nicht durchsetzen konnten oder natürliches Wachstum durch eine kontinuierliche Förderung des deutschen Nachwuchses? Alles eine Frage der richtigen Entscheidungen.
NBC: Fabrizius 18 (3/5 Dreier), Adler 11, Chavis und Schröder je 9, Nixon 8 (2 Assists, 5 Fouls), Reile 7, Abercrombie und Thompson je 6, McDaniel (17 Minuten, 2 Rebounds).
Mi. 22.05.13
Fr. 17.05.13
Di. 14.05.13
Fr. 10.05.13
Mi. 17.04.13