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Samstag, 16.02.2019

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Neues Eldorado für Hobby-Schmiede in der Südstadt

In Offener Werkstatt kann man Schmuck und Schwerter im Feuer formen - 03.01.2019 16:52 Uhr

Teamwork ist gefragt: In der Schmiede der Berufsschule 1 bearbeiten Besucher ein glühendes Eisenstück. Zum Schutz gegen den Lärm der donnernden Schläge gibt es Ohrenschützer. © Foto: Heilig-Achneck


"Es war die größte Herausforderung, hier einen Ersatz für die Zeit des dritten Bauabschnitts zu finden", meint Christoph Zitzmann vom KunstKulturQuartier. Denn Schmiedeöfen sind eine aussterbende Art: Nur noch ganz wenige Firmen verfügen über eine Esse, in öffentlichen Einrichtungen sieht es nicht besser aus.

Und doch wurden die Komm-Akteure letztlich dort fündig. Wobei auch in der B 1 im Bleiweißviertel nur noch selten Feuer gemacht wird. Es ist die traditionelle Ausbildungsstätte für junge Leute, die eine Lehre etwa als Metallbauer, Flaschner, Konstruktionsmechaniker oder Mechatroniker absolvieren. Aber der Umgang mit Hammer und Amboss ist nur noch in wenigen Ausbildungsordnungen verankert.

Zweimal pro Woche wird angeschürt

Jetzt wird in der Werkstatthalle der Berufsschule in der Südstadt an zwei Abenden pro Woche angeschürt, aber außerhalb des Lehrbetriebs. Denn das offene Werkstattangebot dient der kreativen Freizeitgestaltung. Manche haben schon viel Übung, glühende Eisenstangen in Form zu bringen. "Ich bin ursprünglich über das Erfahrungsfeld der Sinne darauf gestoßen", erzählt Stefan Öhling. "Man kann tolle Sachen machen, aber man braucht Geduld." Zumal bei so anspruchsvollen Objekten wie einem Schwert.

Andere nutzen die Werkstatt nur für begrenzte Zeit, um ein Einzelvorhaben umzusetzen. Das Spektrum ist weit gespannt und reicht von Nützlichem wie etwa Trägern oder Füßen für Möbelstücke über Fahrradanhänger bis zu Schmuck. Übrigens haben hier längst auch Frauen ihr Stück Eisen im Feuer.

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Wie in den anderen Werkstätten gilt: Interessenten und Nutzer sind selbst gefordert zu überlegen, was sie gestalten wollen. Anleitung und Hilfestellung gibt Peter Beier, schon seit 20 Jahren. "Allein zu arbeiten, ist oft ohnehin schwierig, vieles bekommt man auch durch die Kommunikation mit", erläutert der frühere Maschinenschlosser, der seine Lehre noch um eine klassische Ausbildung als Gold- und Silberschmied ergänzt hat.

Alle Werkstätten haben Ausweichquartier gefunden

Alle anderen Kreativwerkstätten, die wegen der Sanierung umziehen mussten, haben in der Peuntgasse, gleich gegenüber des Künstlerhauses, für voraussichtlich drei bis vier Jahre ein Interimsquartier gefunden, einschließlich der Fahrradwerkstatt. Einige konnten jedoch im Künstlerhaus bleiben, so die Keramik- und Pixelwerkstatt. Die Steinmetze treffen sich nun in der Johannesgasse (gegenüber Haus Nr. 6).

Die Schmiede in der B 1 ist jeweils dienstags und donnerstags von 17.30 bis 21.30 Uhr in Betrieb; bis 22 Uhr muss das Gelände geräumt sein. Mit Rücksicht auf die Schulsituation gilt auch für den Einlass eine besondere Regelung: Der Zugang – eine kleine Pforte auf der Südseite an der Forsthofstraße – ist jeweils von 17.30 bis 18 Uhr geöffnet. Die Gebühr pro Abend beträgt vier Euro. 

Wolfgang Heilig-Achneck

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