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Nürnberg: Deutliche Zunahme von motorisiertem Verkehr

Mehr Belastungen durch Fernbusse - Klimaziele gefährdet? - 10.01.2015 06:00 Uhr

Immer mehr Fernbusse steuern den ZOB in der Nürnberger Innenstadt an. Damit nehmen auch Lärm und Abgase zu. © Foto: Eduard Weigert


Diese Trends gehen aus der Verkehrszählung 2014 hervor, die am 22. Januar den Stadträten im Verkehrsausschuss vorgestellt wird. Insgesamt stagniert demnach zwar die Verkehrsmenge in Nürnberg. Bei der Zählung an zwei Juli-Tagen des vergangenen Jahres wurden insgesamt 567 250 Kraftfahrzeuge an der Stadtgrenze registriert. Das ist geringfügig weniger (minus 0,7 Prozent oder 3986 Fahrzeuge) als ein Jahr zuvor. Doch über einen längeren Zeitraum betrachtet, änderte sich an dieser Zahl wenig.

Es sind also nicht signifikant mehr Fahrzeuge, die nach Nürnberg ein- und auspendeln - aber eben auch nicht weniger. Dabei ist das Ziel der Stadt, mehr Bürger zum Umsteigen auf den Nahverkehr und das Rad zu motivieren. Nur so kann es gelingen, die lokalen, ambitionierten Klimaziele zu erreichen (den CO2-Ausstoß 2015 um 80 Prozent zu reduzieren).

Immer mehr Fahrzeuge

"Der Kfz-Verkehr hat sich auf einem unverändert hohen Niveau eingependelt“, konstatiert denn auch das Nürnberger Verkehrsplanungsamt. Umso wichtiger sei es, das Mobilitätsverhalten der Bevölkerung durch vielfältige Maßnahmen so zu verändern, dass ein möglichst großer Anteil des Kfz-Verkehrs auf den Umweltverbund verlagert wird.

Doch es läuft nicht überall so wie erhofft. Auffällig, so die Verkehrsplaner, sei zum Beispiel die Zunahme der Busse. Im Vergleich zu den Vorjahren ist die Zahl um rund 300 Busse gestiegen (auf 2930). Zurückgeführt wird dies vor allem auf die neuen Fernbusse, die den Zentralen Omnibus-Bahnhof (ZOB) ansteuern. In Nürnberg ist man alarmiert: „Die Befürchtung der Kommunen, dass die Liberalisierung für innerdeutsche Fernbusverbindungen zu einer Zunahme von Lärm und Abgasen in der Stadt führt, scheinen sich zu bestätigen.“

Besorgt schauen die Fachleute auch auf eine andere Entwicklung: die Zahl der Kraftfahrzeuge pro Einwohner. Und die ist gleich um 9,2 Prozent oder 23 584 auf 298 784 Fahrzeuge innerhalb eines Jahres gestiegen. Ein enormer Wert. Darunter sind viele Nutzfahrzeuge. Damit kam 2014 ein Kraftfahrzeug auf 1,7 Bewohner (Vorjahreswert: 1,8). „Offenbar setzt sich der Trend einer zunehmenden Motorisierung der Nürnberger Bevölkerung fort“, stellen die Experten ernüchtert fest. Auch diese Entwicklung läuft dem Umstieg auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel zuwider.

Radanteil weit hinter Ziel

Dann sind da noch die hohen Erwartungen an den Radverkehr, der die Umwelt entlasten soll. Auch da ist die Stadt weit von ihrem Ziel entfernt, den Anteil bis Ende 2015 auf 20 Prozent zu steigern. Auf den Pegnitzbrücken (ohne Max- und Spitalbrücke) wurden 19 511 Radler gezählt, 2638 weniger als im Vorjahr. Ein Grund ist das regnerische Wetter an einem der beiden Zähltage, heißt es. Auch wenn der innerstädtische Radanteil am Verkehr seit den 80er Jahren gestiegen ist: Die Fachleute schätzen, dass er 2014 bei etwa 15 Prozent lag. Kaum wahrscheinlich, dass heuer noch fünf Prozent dazukommen. 

Andreas Franke (Nürnberger Nachrichten)

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