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Donnerstag, 19.07.2018

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Nürnberg: Kaiserstraße wieder obenauf

Nachfrage nach Läden gut - Pläne für den U-Bahn-Zugang - 24.03.2009

Von leeren Schaufenstern ist keine Rede mehr: Nürnbergs Edelmeile Kaiserstraße ist wieder ganz gut im Geschäft. Prognosen von Witzbolden wurden widerlegt. © nn


Der Witzbold, der die Botschaft «Hier eröffnet ein Burger-King« an die leeren Scheiben der ehemaligen «Raumausstattung Reim« geklebt hat, sorgte nur für kurzfristige Aufwallung. Wahr ist: Das Aus für das Traditionsgeschäft, das mit 1500 Quadratmetern und 26 Angestellten einer der Großen vor Ort war, ist offenbar auch ohne Bulettenbrater gut zu verschmerzen.

Zurzeit wird das in die Jahre gekommene «Reim«-Haus von Grund auf saniert. Der kleinere, 300 Quadratmeter große Teil ist bereits an den Designermöbel-Händler «Cairo« vermietet worden.

Boss und Beate Uhse

Mit Blick auf den größeren Teil des Hauses brodele momentan die Gerüchteküche, sagt Uwe Fraass, Immobilienhändler in der Kaiserstraße. Von «Boss« über «Beate Uhse« bis hin zum Münchner Feinkosthändler «Käfer« reiche die Palette der Namen, die im Gespräch sind; noch ist nichts gewiss, aber die Nachfrage sei da, und es werde intensiv verhandelt, so Fraass von Conzepta-Immobilien.

Mit Mieten zwischen 25 und 110 Euro pro Quadratmeter - je nach Zuschnitt und Geschosshöhe - seien die Preise in der Kaiserstraße trotz der Finanzkrise vorerst stabil geblieben. Neu am Platz sind «Lebensart«-Wohnaccessoires, die das einstige «Wolford«-Geschäft übernommen haben. Der noble Strumpfladen wiederum ist ein paar Häuser weitergezogen.

Anderswo etablieren

Wo einst der Hemdenschneider «Como camicie« Maßgefertigtes verkaufte, wird sich demnächst «Jean Pelze« niederlassen. Noch ist offen, wer die Räume von «moda donna« übernehmen wird. Inhaberin Renate Schuler räumt aus und will ihre Boutique anderswo neu etablieren.

Derweil arbeitet die Stadt daran, den tristen U-Bahn-Zugang in der Kaiserstraße mit Hilfe von vier beteiligten Eigentümern aufzumöbeln. Allen Parteien liegt jetzt ein Vertrag vor, nach dem sie sich zu 50 Prozent finanziell engagieren sollen. Weitere 50 Prozent will die Kommune aus einem neuen Städtebau-Förderungsprogramm bestreiten. Hier sei eine radikale Erneuerung gefragt, sagte Hans-Joachim Schlößl vom Wohnungsamt auf Nachfrage. Noch hat niemand unterschrieben. 

c.s.

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