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Nürnberg: Neue Kriterien für die Vergabe von Kita-Plätzen

Kinder, deren Wohl in der Familie nicht gesichert ist, haben Vorrang - 20.06.2018 05:34 Uhr

Im Januar 2019 soll das lang geplante "Kita Portal Nürnberg" an den Start gehen, das das Anmeldeverfahren deutlich erleichtern soll. (Symbolbild) © dpa


Außerdem geht im Januar 2019 eine neue Online-Plattform an den Start, die das Anmeldeverfahren erleichtern soll. Bislang sorgte das Thema im Frühjahr regelmäßig für Zoff. Kaum waren die Anmeldetage der Horte verstrichen, trudelten die ersten Absagen bei den Eltern ein. 1200 negative Bescheide musste die Stadt allein in diesem Jahr verschicken, lediglich 1250 Plätze konnte die Kommune vergeben.

Das Punkteschema bei der Platzvergabe sorgte dabei immer wieder für Debatten. Laut städtischer Satzung kamen an erster Stelle Familien zum Zug, in denen das Kindeswohl nicht gesichert war, außerdem spielten neben der Berufstätigkeit der Eltern unter anderem ein besonderer Sprachförderbedarf und eine schwierige familiäre Situation eine besondere Rolle. Vor allem berufstätige Eltern hatten manchmal das Gefühl, dabei ins Hintertreffen zu geraten, zwei Mal hatten Familien sogar gegen die Absage geklagt, allerdings erfolglos.

Doch offenbar blieb die Kritik nicht ungehört. Die Stadt will den Schwerpunkt bei der Hortplatzvergabe jetzt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen und dabei auch berücksichtigen, in welchem Umfang die Familien auf Betreuung angewiesen sind. Außerdem wird berücksichtigt, ob ein Geschwisterkind bereits die Einrichtung besucht. Handelt es sich um ein "Haus für Kinder", in dem verschiedene Altersgruppe betreut werden, haben Jungen und Mädchen Vorrang, die dort bereits seit dem Krippen- oder Kindergartenalter untergebracht sind.

Alle drei Kriterien sollten erfüllt sein

Die größten Chancen hat, wer alle drei Kriterien erfüllt. Treffen nur ein oder zwei der genannten Punkte zu, haben die berufstätigen Eltern und Teilnehmer an Bildungsmaßnahmen Vorrang bei der Platzvergabe, vor allem, wenn sie auch früh am Morgen oder bis in den Abend auf Betreuung angewiesen sind. Unabhängig davon werden in allen städtischen Einrichtungen auch weiterhin vorrangig Kinder aufgenommen, deren Wohl in der Familie nicht gesichert ist.

Dass die Kriterien jetzt geändert werden sollen, ist einer weiteren Neuerung geschuldet: Im Januar 2019 soll das lang geplante "Kita Portal Nürnberg" an den Start gehen, das das Anmeldeverfahren deutlich erleichtern soll. Eltern können ihre Kinder dann über eine Online-Plattform bei verschiedenen Einrichtungen anmelden und dabei auch angeben, welches Haus bei ihnen besonders hoch im Kurs steht. Für das neue System habe man einfachere Kriterien gebraucht, sagt die Leiterin des Jugendamtes, Kerstin Schröder. Nicht nur die städtischen, sondern auch die Einrichtungen freier Träger sollen angeschlossen sein.

Schneller als bisher will die Kommune dadurch einen Überblick über den tatsächlichen Platzbedarf haben. Los geht es im Januar 2019 mit der Vergabe der Krippenplätze, Kindergärten und Horte sollen bis 2021 folgen. Die Plätze werden dennoch in den jeweiligen Einrichtungen vergeben. Dort soll es statt der bisherigen Aufnahmegespräche offene "Kennenlerntage" geben, zu einem Aufnahmegespräch werden nur diejenigen eingeladen, die laut Computer Chancen auf einen Platz haben.  

Silke Roennefahrt

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