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Nürnberg: Rechte Schmierereien nahe NSU-Tatort

Schriftzug bereits seit halbem Jahr - Angehörige der Opfer zu Besuch - 30.04.2016 06:00 Uhr

Die Schmiererei steht schon seit fast einem halben Jahr an der Wand. Jetzt wurde ein Teil übermalt. © jpz


"NSU lebt" – das sprühten Unbekannte an die Wand des Edeka in der Velburger Straße. Der Ort dürfte nicht zufällig gewählt sein. Etwa 50 Meter entfernt verblutete am 9. Juni 2005 Ismail Yasar in seiner Imbissbude.

Die Schmierei ist nicht nur wegen der Verherrlichung einer Mörderbande fehl am Platz. Am Montag kehren auch noch Angehörige der NSU-Opfer an die Nürnberger Tatorte zurück. Sie wären womöglich an der Botschaft vorbeigekommen. Die Schmiererei sei eine Schande, so Aynur Kir, SPD-Stadträtin aus Gleißhammer, wo der rassistische Mord stattfand.

Nach Polizeiangaben ist der Schriftzug bereits seit November 2015 an der Wand, Beamte nahmen damals Anzeige wegen Sachbeschädigung auf. Ein Täter wurde nie gefunden. In der Anzeige taucht die Hausverwaltung als Geschädigte auf — man wusste also offenbar von den Schmierereien. Allerdings hat Eigentümerin Edeka, die dort einen Supermarkt betreibt, nun reagiert: Der Geschäftsführer ließ das Graffiti am Freitag übermalen.

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Jahrelang hielten die Rechtsterroristen Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt das Land in Atem. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen auf das Konto der beiden männlichen Täter etliche Bankraube, Attentate und zehn Morde gehen. Wir erinnern an die Opfer und Verletzten.



  

jpz

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