Donnerstag, 17.01.2019

|

zum Thema

Nürnberger Band zu Gast in Knoxville

"Buddy & The Huddle" ist zurück von den Auftritten in den USA - 17.12.2018 15:00 Uhr

„Knoxville revisited“ hieß die Veranstaltung, zu der „Buddy & The Huddle“ eingeladen wurden. Die Stadt in Tennessee ist die Heimat des Schriftstellers Cormac McCarthy, dessen Roman „Suttree“ die Band zu zwei Alben inspiriert hat. © Foto: PR


Die Geschichte reicht zurück ins letzte Jahrhundert. 1996 waren die beiden musikalischen Köpfe Roland Kopp und Michael Ströll schon einmal nach Knoxville/Tennessee gereist, um dort Inspiration für ihre Musik zu suchen und zu finden.

Den Ausschlag zu der Reise hatte der Roman "Suttree" von Cormac McCarthy gegeben. Fasziniert von dem Buch spürten die Musiker der Geschichte an den Originalschauplätzen nach, schossen hunderte Fotos (zum Teil mit einer historischen Lochkamera), machten Feldaufnahmen mit ihrem alten Uher-Aufnahmegerät und nahmen im Underground Recording Studio in Knoxville erste Ideen für neue Lieder auf.

Zurück in Deutschland entstanden aus all diesen Erlebnissen die beiden LPs "Music For A Still Undone Movie Maybe Called Suttree" und "Farrago" (für die "Buddy & The Huddle" unter anderem mit einem Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet wurden).

Umso mehr waren Kopp und Ströll überrascht, als ihnen 2017 eine Einladung von Eric Dawson ins Haus flatterte. Der Leiter des Tennessee Archive of Moving Image and Sound lud "Buddy & The Huddle" ein, ein Konzert in Knoxville/Tennessee zu spielen. Glücklicher Zufall: 2018 plante die University of Tennessee ein internationales Cormac McCarthy Symposium. Ohne große Überzeugungsarbeit leisten zu müssen, konnte Eric Dawson die Universität zur Kooperation bewegen.

Bei der Ausarbeitung des Veranstaltungskonzeptes tauchte dann plötzlich ein weiterer Name auf: Annemarie Schwarzenbach. Die Schweizerin hatte in den 1930er Jahren die ganze Welt bereist und aus unerfindlichen Gründen Knoxville besucht. Dabei entstanden wunderbar stimmungsvolle Prä-"Suttree"-Fotos. Aus all diesen Zutaten entwickelte das Veranstaltungsteam ein Programm, das die Veränderung von Knoxville – immerhin die drittgrößte Stadt in Tennessee, in der heute rund 180 000 Menschen leben – in den Fokus nahm: Fotos von Annemarie Schwarzenbach aus den 30ern, Filme aus dem Tennessee Archive of Moving Image and Sound aus den 50ern und die Fotos, die "Buddy & The Huddle" in den 90ern geschossen hatten, wurden unter dem Thema "Knoxville revisited" gebündelt und einander gegenübergestellt.

Es gab eine Fotoausstellung, Roland Kopp durfte an einer Podiumsdiskussion des Symposiums teilnehmen, die Bandmitglieder hielten Vorträge unter anderem an der University Of Tennessee.

Video bei YouTube

Natürlich spielten die Gäste aus Bayern auch live auf. Musikalisch sind "Buddy & The Huddle" ohnehin sehr amerikanisch unterwegs. Die Musiker selbst sprechen von "Americana Elegy & Rumble", man kann ihren Sound aber auch gut als "Kammer-Pop" und "Lo-Fi-Soundtrack zu Kinofilmen, die nie gedreht wurden" beschreiben. Auf YouTube kann man den kompletten Auftritt von "Buddy & The Huddle" im Bijou Theatre in Knoxville gucken.

Auf Vermittlung des Amtes für Internationale Beziehungen der Stadt Nürnberg und dem Goethe Institut spielte die Band eine zweite Show in Geogias Metropole Atlanta, die dank großer Nachfrage in ein größeres Theater verlegt werden musste. 

anz

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus dem Ressort: Nürnberg