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Die Auflagen für den Nürnberger Faschingszug am 10. Februar lösen bei den Teilnehmern leises Zähneknirschen aus. Immerhin ist auch die neue Zugordnung für den Gaudiwurm endlos viele Zeilen lang.
Von den beiden nicht kostümierten und stocknüchternen Ordnern mit Armbinden, die neben jeder Achse eines Zugwagens laufen müssen, bis über die exakt einen Meter hohe Brüstung auf bemannten Gefährten hin zur vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit wird fast alles geregelt.
Zitat: "Das Auswerfen von Gegenständen, die Verletzungen verursachen können (wie Flaschen oder andere schwere Gegenstände), ist verboten." Den Penzbergern schrieb das Landratsamt gar die richtige Streubewegung beim Werfen von Drops vor. Doch kann ein fliegender Bonbon die Sicherheit wirklich gefährden? Den Verein Hammerschmiede Fridolin wird jedenfalls niemand davon abhalten, am Faschingssonntag wieder sage und schreibe 120 Kilogramm Bonbons und Popcorn in die Menge zu werfen.
"Ohne geht's nicht", sagt Vorstand Heinz Deuerling, schließlich stünden alle Jahre genug Leute mit umgestülpten Regenschirmen am Straßenrand und sammelten damit die Fridolin-Wurfgeschosse en gros.
Über die zunehmende Fülle der Auflagen, die auch heuer wieder in großer Runde im Polizeipräsidium ausgehandelt wurden, sagt der altgediente Fastnachtskämpe vom Verein Fridolin ahnungsvoll: "Irgendwann hat man keine Lust mehr."
Nach der Katastrophe bei der Duisburger Love-Parade 2010 sind die Vorgaben für Großveranstaltungen strenger geworden. "Alle sind seither sensibilisiert", sagt Marco Daume von Sör; dennoch seien die Auflagen "nicht wesentlich verschärft" worden.
Walter Hahn, Chef des Fördervereins Nürnberger Fastnachtszug und damit Veranstalter, klingt, als sei er heuer noch mal mit einem blauen Auge davongekommen. Er sagt: "Wir haben herausgeholt, dass das ein Faschingszug bleibt." 30 dekorierte Wagen und viele Fußgruppen werden laut Hahn gegen 13 Uhr am Stadtpark aufbrechen. Jeder Wagen werde von der Dekra vorher kontrolliert. Hahn: "Bei uns fährt kein Schrott mit."
Alles hat ein Ende, auch die Nürnberger Zugordnung: Der "Auflösungsplatz" sei schnellstmöglich zu verlassen. Klappt das nicht, werde der Zug 2013 nicht mehr genehmigt. Nürnberg, ahaa!
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