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Nürnberger Kliniken bereiten sich auf Terroranschlag vor

Im Fall der Fälle greift ein Notfallplan - Probleme gibt es an den Schnittstellen - 17.07.2017 05:29 Uhr

Das Klinikum Nürnberg ist auf "Massenanfälle von Verletzten" vorbereitet. © Edgar Pfrogner


Auf "Massenanfälle von Verletzten" ist das Klinikum Nürnberg vorbereitet. Dann greift ein Notfallplan: Die Individualversorgung wird aufgehoben, die Patienten werden nach der Schwere der Verletzungen eingeteilt und behandelt, erklärt Josef Bail, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Nürnberg. Aber: Ein Terroranschlag unterscheide sich eben von einem Zugunglück.

Zum Beispiel wegen der unklaren Lage und der psychologischen Herausforderung. Denn: "Krankenhäuser sind Zweitziele“, sagt Bail. Auch die Verletzungen seien anders. "Bei solchen Anschlägen werden Kriegswaffen eingesetzt, die andere Verletzungen zur Folge haben." Das sei schwierig zu trainieren, auch weil es an Chirurgen mangelt, die die nötige Erfahrung haben. Trotzdem will das Klinikum das Thema angehen.

Noch wichtiger aber sei es, solche Situationen zu üben, sagt Sven Märdian von der Berliner Charité. Am besten nicht nur im Krankenhaus, sondern den ganzen Prozess. In Berlin ist das inzwischen in mehreren Krankenhäusern passiert, initiiert vom Berliner Senat. Das hält auch Volker Skrok für eine gute Idee, so der Leitende Branddirektor. Die Feuerwehr probe immer wieder Szenarien, "aber nur bis zum Rettungswagen". Dabei sei das Wichtigste, "dass alle gut informiert sind und wissen, was gerade passiert — gerade in solchen Fällen". Die meisten Probleme würden sich aber an den Schnittstellen ergeben.

Also gilt: üben, üben, üben. Das Problem für die Kliniken laut Bail: die Mittel für solche Übungen "müssen die Krankenhäuser selbst tragen". Ein Ziel aber haben Skrok und Bail ins Auge gefasst: Wenn 2019 die nächste Großübung von Feuerwehr und Rettungskräften ansteht, sollen, wenn möglich, auch die Krankenhäuser dabei sein. 

Timo Schickler Lokalredaktion Nürnberg E-Mail

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