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Nürnberger Polizisten sagen vor NSU-Ausschuss aus

Erst nach dem dritten Mord wurden rechte Täter in Betracht gezogen - 05.02.2013 17:06 Uhr

München  - Nach den Morden der Neonazi-Terrorgruppe NSU hat es nach Darstellung eines damals ermittelnden Beamten zunächst keinerlei Hinweise auf rechtsextreme Hintergründe oder Motive gegeben. Das sagte Kriminalhauptkommissar Werner Störzer, der einst in verschiedenen Sonderkommissionen arbeitete, im NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags.

Der Vorsitzende des Neonazi-Untersuchungsausschusses, der SPD-Abgeordnete und Jurist Franz Schindler im Bayerischen Landtag.
Der Vorsitzende des Neonazi-Untersuchungsausschusses, der SPD-Abgeordnete und Jurist Franz Schindler im Bayerischen Landtag.
Foto: dpa
Der Vorsitzende des Neonazi-Untersuchungsausschusses, der SPD-Abgeordnete und Jurist Franz Schindler im Bayerischen Landtag.
Der Vorsitzende des Neonazi-Untersuchungsausschusses, der SPD-Abgeordnete und Jurist Franz Schindler im Bayerischen Landtag.
Foto: dpa

Störzer ist der Meinung, es gab nach den ersten Morden mehr Hinweise in Richtung Organisierte Kriminalität als Rechtsextremismus.

Diese seien so stichhaltig gewesen, dass man sie eingehendst geprüft habe. Erst nach dem dritten Mord in Nürnberg habe man geprüft, ob da ein „Ausländerhasser“ am Werk gewesen sei. Deshalb habe man den Verfassungsschutz gebeten, die rechtsextreme Szene in Nordbayern zu überprüfen. Die Rückflüsse seien aber „äußerst spärlich“ gewesen.

Man habe auch keine konkreten Spuren gefunden, die den Verdacht erhärtet hätten – das Ganze sei im Sande verlaufen. Störzer betonte, es sei definitiv nicht so, dass man bei solchen Morden automatisch nach einem rechtsextremen Hintergrund suche – auch wenn man verschiedene Motive prüfe. „Da muss schon mehr dazukommen.“

Der NSU-Untersuchungsausschuss will mögliche Versäumnisse der bayerischen Behörden im Kampf gegen Rechts sowie mögliche Ermittlungspannen nach der Neonazi-Mordserie aufklären. Der „Nationalsozialistische Untergrund“ wird für neun Morde an Geschäftsleuten türkischer und griechischer Herkunft und den Mord an einer Polizistin in Heilbronn 2007 verantwortlich gemacht. Fast 14 Jahre lang konnte sich die Gruppe im Untergrund halten und morden.

In Nürnberg verübte die NSU drei Morde. Zum Gedenken an die Opfer plant die Stadt, ein Mahnmal zu errichten. 

dpa


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Kurzbeschreibung:
Die deutschlandweite Mordserie an überwiegend türkischstämmigen Kleinunternehmern, die in Nürnberg drei und in München zwei Todesopfer gefordert hat, geht auf das Konto rechtsradikaler Terroristen. Die Anschlagsserie hatte im Jahr 2000 in Nürnberg-Langwasser mit tödlichen Schüssen auf einen Blumenhändler begonnen. Insgesamt wurden bis 2006 neun Geschäftsleute getötet.
Auch der Mord an einer Heilbronner Polizistin von 2007 wird der rechtsextremen Gruppierung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zugeordnet. Auf einer DVD , die auch den NN zugespielt wurde, bekennt sich die NSU zu diesen 10 Morden.

extra Themenarchiv "Neonazis in der Region"