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Nürnberger zündete seine Frau an

49-Jähriger zeigt Reue - Mögliche Trennung als Motiv - 17.09.2012 12:07 Uhr

Ein 49 Jahre alter Mann hat vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth gestanden, seine Ehefrau vor gut einem Jahr mit Benzin übergossen und angezündet zu haben. Das heute 31 Jahre alte Opfer überlebte nur dank der guten Reaktion eines
vorbeifahrenden Autofahrers, der die Flammen mit einer Decke erstickte – 30 Prozent der Haut waren bereits verbrannt.

Die Tat vom 27. Juli 2011 tue ihm sehr leid, ließ der wegen versuchten Mordes Angeklagte von seinem Anwalt zu Prozessbeginn erklären. Seine Partnerin habe sich von ihm trennen wollen, doch er habe die beiden gemeinsamen Kinder nicht verlieren wollen. Das Urteil soll nach drei Verhandlungstagen am 27. September fallen.

Die 31-Jährige berichtete im Zeugenstand, sie habe in der Nacht vor dem geplanten Auszug im Halbschlaf gehört, wie ihr Mann eine nach Benzin riechende Flüssigkeit verschüttete. „Ich habe sofort gewusst, was los ist.“ Schließlich habe der Choleriker ihr für den Fall einer Trennung schon häufiger mit dem Tod gedroht. In Todesangst sei sie geflüchtet, doch ihr Mann sei ihr gefolgt, habe im Treppenhaus weiteres Benzin auf ihren Rücken geschüttet und ein Feuerzeug entzündet.

Brennend wie eine Fackel sei sie auf die Straße gelaufen, wo sie sich die Nachtwäsche heruntergerissen habe. Ein 40 Jahre alter Autofahrer kam ihr zur Hilfe. Gleichzeitig retteten Nachbarn die beiden Kinder aus der Wohnung; sie erlitten Rauchvergiftungen. Ihre Mutter musste wegen der Brandwunden fünf Monate lang medizinisch versorgt werden; noch heute bereiten ihr die Hauttransplantationen
große Schmerzen, wie sie berichtete.

Der Angeklagte ist wegen Körperverletzung seiner Ex-Frau bereits vorbestraft. Nach der Tat hatte er ein Geständnis abgelegt, in der U-Haft erklärte er dann aber, das Ganze sei ein tragischer Unfall gewesen: Er habe sich selbst durch Verbrennen töten wollen, seine Frau sei zu dicht an ihm vorbeigelaufen und habe dadurch Feuer gefangen. Vor Gericht räumte der Nürnberger die Tat nun wieder ein. 

dpa

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