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Wäre es nicht so kalt, hätten sie eigentlich auch hier übernachten können. Denn Eveline und Markus Wild aus Mögeldorf sind an diesem Mittag bereits zum zweiten Mal an diesem Wochenende am Hang. Und das, obwohl sie eigentlich die Fränkische Schweiz lieben, Osternohe etwa.
Aber an diesem Wochenende hält es die Familie in der Stadt. „Hier ist es einfach so schön weitläufig“, sagt Eveline Wild, während ihre dreijährigen Zwillinge Sophie und Jessica dick eingepackt auf ihren Schlitten darauf warten, dass es endlich weiter geht.
Es ist kalt, der Wind eisig und nach dem ausgiebigen Ausflug mit Mama, Papa und den Großeltern wird es Zeit, wieder heimzugehen. Die Familie kommt gerne hierher — egal, ob nun im Sommer oder Winter. Das eint sie mit den ungezählten Menschen, die gerade den Hang herunterrutschen oder von einem Bein aufs andere steigen, um nicht starr zu werden.
Der Marienbergpark ist die größte Parkanlage der Stadt und inzwischen zu jeder Jahreszeit ein Magnet für Natursuchende. Im Sommer packt man hier das Grillgut aus oder spaziert über das weitläufige Areal im Norden der Stadt. Im Herbst lassen die Kinder vom Hang die Drachen steigen.
Auch im Winter ist man hier freilich gut zu Fuß unterwegs, doch die meisten haben eben auch den Schlitten dabei. So wie Musa Nikqi. Der wohnt eigentlich in der Südstadt und ist hier dennoch jeden Winter mit seinem Sohn Albin auf der kleinen Piste. Ausnahmsweise hat ihn gerade der Siebenjährige auf dem roten Plastikschlitten mitfahren lassen, das war es dann aber auch.
„Ich fahr’ lieber allein, Papa bremst immer“, sagt Albin. Und das sei blöd. Das sehen wohl die meisten so wie der Zweitklässler. Kaum einer, der zu bremsen scheint. Dennoch geht es erstaunlich gesittet zu. Es gibt keine großen Zusammenstöße, die meisten bleiben auf ihrer Bahn, kein Gekreische — obwohl alle recht vergnügt wirken. Selbst Stephan Minx wirkt alles andere als gestresst, obwohl er gleich vier Kinder im Schlepptau hat, nebst den dazugehörigen Schlitten.
Dabei waren es bis vor einer halben Stunde noch fünf Kinder. Aber Töchterchen Mette war es nach zwei Stunden dann doch zu kalt geworden, also fuhr sie mit Mama schon mal nach Hause. Zurück blieben die zwei Jungs der Familie sowie die zwei Freunde der beiden sieben- und neunjährigen Brüder.
„Wir kommen hierher, seitdem sie Schlittenfahren können“, sagt ihr Vater. Er ist ein echter Fan des Marienbergparks und seines Rodelberges. „Hell, breit und viel Platz“, fasst er ohne viele Worte die Vorzüge dieses Ortes zusammen. „Und man trifft hier eigentlich immer jemanden, den man kennt“, sagt Stephan Minx, der in Fürth lebt. „Aber da gibt’s nix zum Rodeln, zumindest nicht so, wie hier“, winkt er ab.
In der Tat sucht der Marienbergpark in der Stadt seinesgleichen. Zwischen 1959 und 1973 war er im Stil eines englischen Landschaftsparkes vom Gartenbauamt angelegt worden. Inzwischen gibt es hier einen künstlich angelegten See, auf dem man bei frostigen Temperaturen herrlich Schlittschuhlaufen kann, Spielplätze und viel Freifläche zum Laufen und Sport treiben. Im Winter freilich ist der Hang unweit des großen Parkplatzes fest in der Hand der Rodler. Die haben bei diesem Wetter wohl den größten Spaß am Marienberg.
Hier finden Sie eine Übersicht über die Rodelstrecken in der Region.
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