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Nürnbergs Rodlerparadies am Marienberg

Städter zieht es zum Schlittenfahren in den Volkspark - 21.01.2013 16:19 Uhr

Nürnberg  - Sie mussten lange auf den ersten rich­tigen Schnee warten — die Fans des wohl schönsten Rodelberges der Stadt: im Marienbergpark. Am Sonn­tag konnte sich hier niemand beschweren, denn der Schnee war zum Schlittenfahren einfach perfekt.

Viele Familien fahren am Wochenende zum Schlittenfahren an den Marienberg.
Viele Familien fahren am Wochenende zum Schlittenfahren an den Marienberg.
Foto: Eduard Weigert
Viele Familien fahren am Wochenende zum Schlittenfahren an den Marienberg.
Viele Familien fahren am Wochenende zum Schlittenfahren an den Marienberg.
Foto: Eduard Weigert

Wäre es nicht so kalt, hätten sie eigentlich auch hier übernachten kön­nen. Denn Eveline und Markus Wild aus Mögeldorf sind an diesem Mittag bereits zum zweiten Mal an diesem Wochenende am Hang. Und das, obwohl sie eigentlich die Fränkische Schweiz lieben, Osternohe etwa.

Aber an diesem Wochenende hält es die Familie in der Stadt. „Hier ist es ein­fach so schön weitläufig“, sagt Eve­line Wild, während ihre dreijährigen Zwillinge Sophie und Jessica dick ein­gepackt auf ihren Schlitten darauf warten, dass es endlich weiter geht.

Es ist kalt, der Wind eisig und nach dem ausgiebigen Ausflug mit Mama, Papa und den Großeltern wird es Zeit, wieder heimzugehen. Die Familie kommt gerne hierher — egal, ob nun im Sommer oder Winter. Das eint sie mit den ungezählten Menschen, die gerade den Hang herunterrutschen oder von einem Bein aufs andere stei­gen, um nicht starr zu werden.

Der Marienbergpark ist die größte Parkanlage der Stadt und inzwischen zu jeder Jahreszeit ein Magnet für Natursuchende. Im Sommer packt man hier das Grillgut aus oder spa­ziert über das weitläufige Areal im Norden der Stadt. Im Herbst lassen die Kinder vom Hang die Drachen stei­gen.

„Ich fahr’ lie­ber allein, Papa bremst immer“


Auch im Winter ist man hier freilich gut zu Fuß unterwegs, doch die meisten haben eben auch den Schlitten dabei. So wie Musa Nikqi. Der wohnt eigentlich in der Südstadt und ist hier den­noch jeden Winter mit seinem Sohn Albin auf der kleinen Piste. Aus­nahmsweise hat ihn gerade der Siebenjährige auf dem roten Plastikschlitten mitfahren las­sen, das war es dann aber auch.

„Ich fahr’ lie­ber allein, Papa bremst immer“, sagt Albin. Und das sei blöd. Das sehen wohl die meisten so wie der Zweit­klässler. Kaum einer, der zu bremsen scheint. Den­noch geht es erstaunlich gesittet zu. Es gibt keine großen Zusammenstöße, die meisten bleiben auf ihrer Bahn, kein Gekrei­sche — obwohl alle recht vergnügt wirken. Selbst Stephan Minx wirkt alles andere als gestresst, obwohl er gleich vier Kinder im Schlepptau hat, nebst den dazugehörigen Schlitten.

Dabei waren es bis vor einer halben Stunde noch fünf Kinder. Aber Töch­terchen Mette war es nach zwei Stun­den dann doch zu kalt geworden, also fuhr sie mit Mama schon mal nach Hause. Zurück blieben die zwei Jungs der Familie sowie die zwei Freunde der beiden sieben- und neunjährigen Brüder.

"Kein echter Rodelberg in Fürth"

„Wir kommen hierher, seit­dem sie Schlittenfahren können“, sagt ihr Vater. Er ist ein echter Fan des Marien­bergparks und seines Rodelberges. „Hell, breit und viel Platz“, fasst er ohne viele Worte die Vorzüge dieses Ortes zusammen. „Und man trifft hier eigentlich immer jemanden, den man kennt“, sagt Stephan Minx, der in Fürth lebt. „Aber da gibt’s nix zum Rodeln, zumindest nicht so, wie hier“, winkt er ab.

In der Tat sucht der Marienberg­park in der Stadt seinesgleichen. Zwi­schen 1959 und 1973 war er im Stil eines englischen Landschaftsparkes vom Gartenbauamt angelegt worden. Inzwischen gibt es hier einen künst­lich angelegten See, auf dem man bei frostigen Temperaturen herrlich Schlittschuhlaufen kann, Spielplätze und viel Freifläche zum Laufen und Sport treiben. Im Winter freilich ist der Hang unweit des großen Parkplat­zes fest in der Hand der Rodler. Die haben bei diesem Wetter wohl den größten Spaß am Marienberg.

Hier finden Sie eine Übersicht über die Rodelstrecken in der Region. 

IRINI PAUL


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