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Planungen für die Nürnberger U3 abgesegnet

Stadträte geben grünes Licht für Weiterbau in den Südwesten - 15.05.2013 13:00 Uhr

Bisher endet die Fahrt der U3 in der Gustav-Adolf-Straße.

Bisher endet die Fahrt der U3 in der Gustav-Adolf-Straße. © Roland Fengler


Nur die Grünen sagten Nein, was zu erwarten war, denn sie lehnen den Ausbau des U-Bahnnetzes grundsätzlich ab. Ansonsten waren sich alle Stadträte im Ausschuss einig, dass das Projekt voranschreiten muss. Und zwar so schnell wie möglich.

Deshalb stimmten sie dem sogenannten Systemplan für die Tunnelbauten und die Errichtung der Bahnhöfe Kleinreuth und Gebersdorf zu. Damit haben sie die rechtliche Grundlage geschaffen, Förderanträge bei Bund und Land zu stellen und das Planfeststellungsverfahren einleiten zu können. Die SPD sprach sich klar für die Pläne aus. Auch, dass beide Bahnhöfe ohne Verteilergeschosse gebaut werden. „Das ist aus finanziellen Gründen nachvollziehbar“, so der Sozialdemokrat Lorenz Gradl.

Der CSU-Politiker Konrad Schuh begrüßte das Projekt im Namen seiner Parteikollegen ebenfalls. „Wir stehen zur U-Bahn, wollen sie weitertreiben und hoffen auf eine Einigung mit der Altenheimbetreiberin so schnell wie möglich.“

Wie berichtet, klagt die Betreiberin eines Seniorenheims an der Züricher Straße gegen den Weiterbau der U3. Sie fürchtet zu viel Lärm für die Bewohner des Hauses, das rund 40 Meter von dem geplanten U-Bahnhof Großreuth entfernt liegt. Eigentlich hätte der Teilabschnitt schon Ende 2014/Anfang 2015 in Betrieb gehen sollen. Die Bauarbeiten sollten längst im Gange sein.

Der blaue Ast der U3 besteht schon, der rote ist in Planung. Doch derzeit hängt alles am Bahnhof Großreuth fest.

Der blaue Ast der U3 besteht schon, der rote ist in Planung. Doch derzeit hängt alles am Bahnhof Großreuth fest. © Grafik


Laut Baureferent Wolfgang Baumann kostet die Verzögerung die Stadt rund eine Million Euro pro Jahr. „Ich verstehe nicht“, sagt Konrad Schuh, „dass eine einzige Beteiligte ein solches Vorhaben der Stadt aufhalten kann, das allen Bürgern nutzt.“ Es liege hier einfach kein guter Wille vor, so Baumann. Und das Verwaltungsgericht sei sehr geduldig.

Die Stadt habe deshalb einen Antrag auf sofortige Vollziehbarkeit gestellt und hoffe, dass der Beschluss dazu wegen des öffentlichen Interesses an dem Projekt in ein paar Monaten kommt. „Derweil werden wir die Planungen voranbringen, damit wir damit nicht in Verzug kommen.“ Die Eröffnung des Südwest-Asts der U3 ist für 2018/2019 geplant.

Hartmut Beck (Freie Wähler) bringt als Alternative, um weitere Verzögerungen zu vermeiden, eine „elastische“ Ausführung des Projekts ins Gespräch. Wenn schon derzeit nicht von der Gustav-Adolf-Straße aus nach Großreuth gebaut werden könne, warum dann nicht an anderer Stelle? Doch Baumann muss seine Hoffnung zunichtemachen. „Teilstücke bauen – das geht nicht.“
  

Gabi Eisenack

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