Donnerstag, 17.01.2019

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Plogging: Fitness-Trend aus Schweden erobert Nürnberg

Rund 15 schwere Müllsacke haben die etwa 50 Sammler zusammengetragen - 22.04.2018 14:36 Uhr

Sport treiben und gleichzeitig noch was für die Umwelt tun: Am Sonntag haben rund 50 Menschen die Pegnitzwiesen in Nürnberg von Müll befreit. © Günter Distler


Während die Beach Cleaner laut Organisatorin Anne Mäusbacher schon seit 2015 in der Stadt regelmäßig unterwegs sind, steht Plogging in Nürnberg noch am Anfang. Der Trend kommt aus Schweden, das Wort "Plogging" leitet sich ab von Jogging und dem schwedischen Wort "Plocka", welches "sammeln" bedeutet. Man joggt, hat aber einen Jutebeutel auf dem Rücken oder in der Hand – wenn der Läufer Flaschen, Becher oder anderen Abfall entdeckt, stoppt er kurz und sammelt den Unrat ein.

Das mache nicht nur die Stadt sauberer und helfe der Umwelt, sondern sei auch aus sportlicher Hinsicht sinnvoll, sagt der Erlanger Fitnesstrainer Marco Del Popolo, der am Sonntag das Plogging organisierte. "Das ist wie ein Intervalltraining." Und da man in die Knie gehen müsse, um den Müll aufzusammeln, helfe das bei der Fettverbrennung. Den Jutesack beim Joggen zu tragen, sei noch etwas unpraktisch, räumt Del Popolo ein.

Bilderstrecke zum Thema

Joggen und Müll sammeln: "Plogger" und "Beach Cleaner"

Sport treiben und und dabei etwas für die Umwelt tun: Genau diese beiden Ziele verfolgten die Beach Cleaner und die sogenannten Plogger am Sonntagmorgen in Nürnberg, als sie bei herrlichstem Wetter die Pegnitzwiesen von Müll befreiten


15 schwere Müllsäcke als Ergebnis 

Deswegen soll es demnächst spezielle Plogging-Gürtel mit integrierten Müllbeuteln geben. Etwas gemütlicher und weniger sportlich lassen es Mäusbacher und ihre Beach Cleaner angehen. Sie gehen – teilweise mit Jutetaschen und Shirts mit dem Logo der Initiative ausgestattet – ganz konventionell über die Wiesen und sammeln alles ein, was die Leute so zurücklassen. Damit, so Mäusbacher, soll verhindert werden, dass der Müll in die Pegnitz geweht wird. "Was in den Flüssen landet, landet irgendwann auch im Meer. 80 Prozent des Mülls in den Ozeanen stammt aus dem Inland."

Rund 15 schwere Müllsacke haben die rund 50 Sammler der beiden Gruppen am Ende zusammengetragen. Plastik- und Glasflaschen, Einweggrills, Lebensmittelreste, Zigarettenkippen, Plastikspielzeug aus Überraschungseiern, ein Sonnenschirm und vieles mehr fand sich auf den Wiesen, die jetzt wieder etwas sauberer sind. Aber das nächste Picknick kommt bestimmt.  

Marco Puschner E-Mail

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